Lernen und Lachen gehört zusammen

Julia Adrian (von links) und Maren Giese stöbern in der Bücherkiste, die von Sabine Kerber, Leiterin der Stadtbibliothek, zur Verfügung gestellt wurde. (Foto: D. Lange)

Ehrenamtliche Sprachlern-Helfer werden gesucht

Langenhagen (dl). Asylbewerber haben bis zur Anerkennung ihres Antrags in der Regel keinen Anspruch auf einen offiziellen Sprachkurs. Ein Anspruch allerdings, der in der Praxis mangels ausreichender Plätze in den Grund- und weiterführenden Kursen ohnehin nicht aufrecht zu erhalten ist. Andererseits versteht es sich von selbst, dass das Lernen der Sprache die Basis jeder Willkommenskultur ist, auch aus der Sicht der Flüchtlinge. Um so wichtiger erscheint es daher, ihnen dennoch so früh wie möglich erste Deutschkenntnisse vermitteln zu können. Hierfür sucht der städtische Sozialberatungsdienst noch mehr ehrenamtliche Helfer, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren möchten und Spaß daran haben, den Zugezogenen die deutsche Sprache näherzubringen. Die Kurse sollen nicht nur erste Sprachkenntnisse vermitteln, sondern nebenbei auch eine Art Orientierungshilfe für den Alltag geben, mit dem Schwerpunkt der mündlichen Kommunikation. Dass dabei der Spaß nicht zu kurz kommt, zeigen beispielhaft die Erfahrungen von Julia Adrian und Maren Giese. Beide sind ehrenamtliche Kursleiter und unterrichten im Ladenraum MILA an der Schützenstraße einmal in der Woche eine Gruppe von Flüchtlingen. Aus ihren überaus lebendigen Schilderungen geht hervor, wie lustig so ein Sprachkurs sein kann. Ganz offensichtlich wird viel gelacht in den Unterrichtsstunden. Das beginnt schon mit der Suche nach einer gemeinsamen Sprache. In der Regel Englisch, mitunter auch Französisch, aber viele Flüchtlinge sprechen eben auch nur Arabisch. Dann hilft nur noch Kreativität, Körpersprache, und wenn alle Stricke reißen, auch mal die Übersetzer-Funktion der bekannten Suchmaschine im weltweiten Netz. Julia Adrian und Maren Giese orientieren sich in ihren Kursen am sogenannten Thannhauser Modell, einem Lehrbuch für ehrenamtliche Deutschkurshelfer mit vielen Bildern und wenig Grammatik. Es sind alltägliche und praxisbezogene Themen, anhand derer die Sprachkurse aufgebaut werden. Das Wetter, Berufe, die Uhrzeit, Medizinisches, die Zahlen, häufig gebrauchte Redewendungen und vieles mehr, um sich im Alltag verständlich machen zu können. Grammatik und Vokabeln kommen später. Zusätzliche Hilfe bekamen die beiden und alle anderen Sprachlernhelfer im MILA in Form einer Kiste mit Sprachlernbüchern. Diese Bücherkisten erhalten öffentliche Bibliotheken als kostenlose Medienpakete, die sich direkt an Flüchtlinge richten, zum Erwerb der deutschen Sprache, wie es in der offiziellen Pressemitteilung der Ministerien heißt. Finanziert werden sie aus Mitteln des Niedersächsischen Landesamtes für Jugend, Familie und Soziales sowie vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur.