Lesen als Schlüssel zur Welt

Bürgermeister Mirko Heuer gibt zur Eröffnung des Leseclubs eine Kindergeschichte zum Besten. (Foto: C. Wurm)

Quartierstreff Wiesenau mit Leseclub gestartet

Langenhagen (cow). Gebannt lauschten die Kinder den Worten von Bürgermeister Mirko Heuer, der zur Eröffnung des Leseclubs im Quartierstreff Wiesenau eine Kindergeschichte („Der Wechstabenverbuchsler im Zoo“ von Mathias Jeschke) vorlas. Auch wenn es mit der Konzentration der Kleinsten noch etwas schwierig war, wurde beim witzigen Vorlesespaß fleißig mitgerätselt, um die versteckten Sprachverdreher und lustigen Versprecher aufzudecken und zu korrigieren. Die Wortschöpfungen begeisterten nicht nur die kleinen Leseratten, sondern regten auch die Eltern und weiteren Besucher des Treffpunkts zum Nachdenken und Entschlüsseln an. Die Eröffnung des neuen Leseclubs, ein Gemeinschaftsprojekt des Vereins WiN e.V. (Wohnen in Nachbarschaften bei der KSG Hannover), der Stadtbibliothek Langenhagen und der Volkshochschule Langenhagen, zog Jung und Alt in den Quartierstreff und bescherte allen einen geselligen Freitagnachmittag. Dazu gab es Heißgetränke mit frisch gebackenen Waffeln und einem Haufen neuer kreativer Spiele, spannende Bücher und neue Medien wie eBooks und Apps, die entdeckt werden konnten. Durchgeführt und gefördert wird das Projekt von der Stiftung Lesen, die im Rahmen des Förderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung deutschlandweit 250 Leseclubs einrichtet, einen davon jetzt in Langenhagen-Wiesenau.
Annette v. Stieglitz, Leiterin Volkshochschule Langenhagen sieht im Lesen die Grundversorgung zum Lernen und betont: „Lesen ist der Schlüssel zur Welt“. Ohne diese Fähigkeit bestehe bei Kindern ein gravierender Entwicklungsmangel. Begeistert sind die Organisatoren über das große und vor allem vielseitige Materialienpaket mit über 300 Medien unterschiedlichster Art, was ihnen die Stiftung Lesen als Erstausstattung bereitgestellt hat. Im Leseclub sollen sich die Kinder und Jugendlichen spielerisch mit unterschiedlichen Lesemedien wie Hörspiele, Zeitschriften oder Sachbüchern auseinandersetzen, in ruhiger Atmosphäre und unter Betreuung, um mehr Spaß am Lesen zu wecken und nachhaltig die Lesekompetenz zu stärken. Bis das Buch durchgelesen ist, wird es im sog. „Bücherparkregal“ abgestellt, um beim nächsten Besuch im Club die Geschichte fortzusetzen.
Quartiersmanagerin Claudia Koch freut sich, dass immer wieder neue Gesichter in den Stadtteiltreff kommen und ist sehr zufrieden mit dem Zulauf. Der Leseclub liegt ihr sehr am Herzen, immer wieder erlebe sie, dass Kinder nicht gut sprechen könnten und Lesen sei hierfür nun mal die Basis. Auch fehle teilweise zu Hause die nötige Unterstützung oder auch Zeit, das Sprachvermögen der Kinder und Jugendlichen zu verbessern. Im Quartierstreff soll jeder in heimeliger Atmosphäre die Möglichkeit haben, eine Vielzahl an altersgerechten Medien zu entdecken.
Nach den Osterferien soll der Leseclub Fahrt aufnehmen. Die genauen Termine und Veranstaltungen rund ums Lesen werden bekanntgegeben. Zurzeit plant Koch mit ehrenamtlichen Helfern die Nachmittage, um ein buntes und vielseitiges Programm auf die Beine zu stellen, dass auch, so wünscht sie es sich, generationenübergreifend Anklang findet, um gemeinsam zu lesen, zu spielen und zu basteln.