Licht am Ende des Tunnels

Lokaltermin auf der Baustelle (von links): Architekt und Projektleiter Frank Güsewelle, Bürgermeister Mirko Heuer, Carsten Busch, zuständig in Sachen Hochbau, und Stadtbaurat Carsten Hettwer. (Foto: D. Lange)
 
Helles Holz und rote Polster: So präsentiert sich die neue Bestuhlung. (Foto: D. Lange)

Theatersaalsanierung biegt auf die Zielgerade ein

Langenhagen (dl). Noch ist der Boden mit Kunststoffplanen abgedeckt, um die neue, bereits verlegte schiefergraue Auslegeware zu schützen und noch schlängeln sich darauf etliche Meter Kabel, sowohl für die Stuhlreihenbeleuchtung als auch für Ton- und Lichtpult. An der Decke über den Stuhlreihen sind Traversen befestigt, an denen später die Scheinwerfer für die Bühnenbeleuchtung hängen werden. Zurzeit hängen dort allerdings auch nur die Kabel für deren Stromversorgung. Für das Aufhängen der Scheinwerfer sowie später auch für deren Wartung wird eine spezielle Leiter zum Einsatz kommen, deren Ausleger durch die Stuhlreihen gefahren werden können. Die Erneuerung der Bühnentechnik mit den Zügen für Scheinwerfer, Kulissen und Bühnenvorhänge ist weitgehend abgeschlossen und auch der Bühnenboden wurde komplett erneuert. Als augenfälligstes Merkmal der Sanierung kann sicher die bauliche Verbindung beider Balkone gelten. Sie ist, neben der farblichen Gestaltung des Saals gewissermaßen sinnbildlich für dessen Doppelnutzung als Theatersaal und Schulaula. Der Niedersächsischen Versammlungsstättenverordnung sowie den entsprechenden Vorschriften für die Nutzung als Aula zufolge, musste die Brüstung auf dem Balkon aus Sicherheitsgründen erhöht werden. Damit die Zuschauer, zumindest die in der ersten Reihe, auch dann noch freie Sicht auf die Bühne haben, besteht der obere, etwa 20 Zentimeter hohe Teil der Balustrade aus Glas. Leider aber hat Glas die Eigenschaft, Schallwellen eins zu eins zu reflektieren, daher wurde dieser Teil leicht geneigt eingebaut. Spätere Tests der Akustiker werden zeigen, ob das ausreicht oder ob zusätzliche Absorptionselemente die Verständlichkeit des Tons verbessern können. Man darf gespannt sein. Stuhlpodeste auf der Empore ermöglichen für die Zuschauer insgesamt eine abgestufte Anordnung der Sitze zur Verbesserung der Sichtverhältnisse und auf dem Seitenbalkon werden die Sitze jetzt zusätzlich im 45-Grad- Winkel zur Bühne hin ausgerichtet. Die Brüstung selbst präsentiert sich nun allerdings in einem strahlendem, aber eben auch schmutzempfindlichen Weiß. Eine andere Maßnahme zur besseren Verständlichkeit des Tons betrifft die Nutzer von Hörgräten. Dazu befinden sich Induktionsschleifen im Boden, die auch Hörgeschädigten künftig einen optimalen Klang bieten werden. Einer der ausschlaggebenden Anlässe für eine Sanierung war die wesentliche Verbesserung des Brandschutzes, die unter anderem durch eine komplette Erneuerung der Belüftungsanlage erreicht werden konnte. Als angenehmer, aber durchaus gewollter Nebeneffekt dieser Maßnahme ist dabei die Optimierung der klimatischen Verhältnisse im Saal während der Vorstellungen. Einen wichtigen Beitrag dazu sollen die beiden links und rechts von der Bühne installierten, sogenannten „Weitwurf-Lüftungsdüsen“ leisten. Sie sind, man ist geneigt zu sagen: leider, gut zu erkennen an ihren jeweils drei Austrittsöffnungen, die die Frischluft gezielt im Saal verteilen sollen. Um ihnen ihre optische Präsenz zu nehmen und den Blick wieder mehr auf das Bühnengeschehen zu richten, wäre ein dunkler Anstrich der Wände neben der Bühne sicher vorteilhafter gewesen. Als echtes „Sorgenkind“ der Sanierungsarbeiten erwiesen sich, wie sich bald herausstellte, die WC-Räume. Feuchte Wände und marode Leitungen machten eine ganze Reihe zusätzlicher Arbeiten notwendig, was nicht nur zu einer Verzögerung im Zeitplan führte, sondern auch zu höheren Kosten als geplant. „Die Toiletten waren sowieso fällig“, sagte Baurat Carsten Hettwer. Dabei ist noch zu berücksichtigen, dass durch die betroffenen Sanitärräume auch die Versorgungsleitungen für die benachbarte Sporthalle verlaufen. Aus zwei mach vier: Zwei große Toilettenräume wurden umgebaut zu vier kleineren. Jeweils zwei normale und zwei separate Behindertentoiletten, nach Geschlechtern getrennt. Mit der Installation der Bestuhlung Ende Juli tritt der Theatersaal dann auch optisch in die Endphase seiner Sanierung ein. Wenn im August auch der Vorhang hängt, die Technik installiert und die Bauarbeiten abgeschlossen sind, beginnt nicht nur eine umfangreiche Testphase der kompletten Technik, bevor am 15. Oktober mit Matthias Brodowy und LaLeLu die Mimuse startet, sondern auch das Großreinemachen. Einmal feucht durchwischen wird da nicht reichen.