Lichtfeiern gut besucht

Pfarrer Klaus-Dieter Tischler entzündet zum Luzernar am geweihten Feuer vor der Zwölf-Apostel-Kirche die große Osterkerze. Foto: E. A. Nebig

Ostern – das Fest der Auferstehung

Langenhagen (ne). Das aus der jüdischen Pessach-Feier hervorgegangene Osterfest ist das älteste der christlichen Feste. Als gesetzlicher Feiertag steht Ostern in Deutschland unter dem Schutz des Staates. Doch vor lauter Ostereiern, Osterhasen, Süßigkeiten und Osterlämmern zum Festessen, wird häufig der eigentliche Sinn vergessen. Gefeiert wird nämlich die Auferstehung Christi. Auf Beschluss des Konzils von Nizäa (325 nach Christus) und Anwendung der Goldenen Zahl durch Dionysius Exiguus, findet Ostern stets am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond statt. Im kirchlichen Sinne beginnt das Fest am Palmsonntag, zur Erinnerung an den triumphalen Einzug Christi in Jerusalem vor seiner Marter und Kreuzigung am Karfreitag.Palmarum leitet die Karwoche ein; „Kara“ bedeutet im Althochdeutschen Trauer oder Klage, hier um den Gekreuzigten.
Kerzen lobten die Auferstehung
In der Osternacht – nach Kirchenvater Augustinus „Mutter aller Vigilien“ – wird die symbolische Ankunft des Auferstandenen Christus in Gottesdiensten erwartet. Das feierliche Hereintragen einer brennenden Kerze - Symbol: Christus Licht der Welt - in dunkle Andachtsräume und ihre Begrüßung durch Gesang, gehörte einst zur Liturgie der abendlichen Zusammenkünfte der ersten Christengemeinden. In der Osterkerze vereinigten sich die griechische, jüdische, römische und christliche Lichttradition. Angelehnt an diese Traditionen leiteten jetzt wieder katholische und evangelische Christen in Langenhagen das Osterfest ein. Im Rahmen von Lichfeiern wurden brennende, große Osterkerzen in die unbeleuchteten Kirchen hineingetragen. In den folgenden Wortgottesdiensten waren dann alt- und neutestamentarische Lesungen und Gesänge zu hören. Anschließend entzündeten die Gottesdienstbesucher an der Osterkerze ihre kleineren Kerzen, so dass sich die Kirchen nach und nach erhellten.
Luzenar im Freien
Mit ähnlichem Ritus, aber besonders feierlich, gestaltete sich die Osternacht in der katholischen 12-Apostel-Kirche. Pfarrer Klaus-Dieter Tischler veranstaltete ein beeindruckendes Luzenar (Lichtfeier) vor dem Gotteshaus. Er sprach an einem von ihm gesegneten, offenen Feuer ein Gebet und entzündete dann an diesem die Osterkerze. Begleitet von 16 Ministranten und den Gläubigen trug er sie dann in die Kirche hinein. Dreimal (am dritten Tage auferstanden) erklang dabei der Ruf: „Lumen Christi“ (Licht von Christus). Nach Aufstellung der Osterkerze am Altar, wurde das Exsultet, das Osterlob, angestimmt und Orgel sowie Kirchenglocken, die in der Karwoche verstummt waren, erklangen wieder.