Loch mit Kettensäge ausgeschnitten

DLRG Langenhagen und Hannover Stadt trainierten gemeinsam die Eisrettung am Silbersee. (Foto: C. Elsner)
 
Vorgegebene Abläufe einzuhalten, war Teil der Übung. (Foto: C. Elsner)

DLRG absolvierte Eistauchübung am Silbersee

Langenhagen. In diesem Winter sind in der Region Hannover keine Eisflächen auf Gewässern von den zuständigen Behörden zum Betreten freigegeben worden. Zum einen war die Eisdicke nicht ausreichend und es bildeten sich Risse in den Eisflächen.
Eine groß angelegte Eistauchübung wurde am Sonntag von der DLRG auf dem Silbersee organisiert. An dieser Übung nahmen eine Taucheinsatzführerin, acht Einsatztaucher, zwölf Signalmänner und -frauen und 26 weitere Einsatzkräfte davon zwölf Einsatzkräfte aus Langenhagen teil. Des Weiteren kamen die Teilnehmer aus dem Bezirk Hannover Stadt und den Ortsgruppen Misburg und Anderten. Das Eis hatte an der Einstiegsstelle eine Dicke von circa zehn Zentimeter. Es wurden zwei dreieckige Einstiegslöcher mit einer Kantenlänge von je 150 Zentimeter mit einer Kettensäge in das Eis gesägt. Die Taucher haben sich maximal 20 Meter von der Einstiegsstelle entfernt und sind in drei Meter Tiefe vorgedrungen, wobei der interessantere Bereich direkt unter dem Eis ist.
Bei einer Lufttemperatur von minus vier Grad um 9.30 Uhr und einer Wassertemperatur von plus vier Grad  wurden acht Tauchgänge mit jeweils 15 Minuten Tauchzeit absolviert.
Die Sichtverhältnisse unter Wasser waren gut, jedoch gab es durch den Schnee auf dem Eis und das ungleichmäßig gefrorene Eis wenig Einfall von Sonnenlicht.
Beim Eistauchen gibt es besondere Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen. Aufgrund der niedrigen Temperatur wird die Tauchzeit gegenüber anderen Tauchgängen verkürzt. Außerdem darf von der 50 Meter langen Signalleine nur die halbe Länge bei Übungen genutzt werden, so dass bei einer Rettung noch eine ausreichende Reserve vorhanden ist, um einen Verunfallten zu suchen.
Jede Person, die das Eis betritt, ist mit einer eigenen Leine gesichert und trägt eine Rettungsweste. Außerdem wurden Leitern und ein Steg, der erst durch Druckluft seine Stabilität erlangt, als Standhilfen eingesetzt. Auch ein Überlebensanzug wurde von Rafael Sigosch in einem Eisloch mehrfach getestet. Hiermit soll man bis zu zwölf Stunden im Eiswasser überleben können.
Bei den Eistauchgängen wurde nichts Besonderes gefunden. Aber es sammeln sich die eigenen Luftblasen unter der Eisdecke. Die Langenhagener Einsatztaucher haben jeden ersten Sonntag im Monat ein gemeinsames Übungstauchen der Bezirke Hannover-Land und Hannover-Stadt, dass an unterschiedlichen Gewässern stattfindet. In der Ortsgruppe Langenhagen wird darüber hinaus jeden dritten Dienstag im Monat ein Ausbildungsdienst für die Einsatzkräfte durchgeführt.
Die Einsatztauchgruppe besteht zurzeit aus drei Taucheinsatzführern, sechs Einsatztauchern und sechs Signalmännern.
Die Ausbildung zum Einsatztaucher, ist umfangreich. Bis zum erfolgreichen Einsatztaucher Stufe zwei dauert es in der Regel mindestens drei Jahre, wenn alle Ausbildungsstufen konsequent verfolgt und umsetzbar sind. Nach dem Rettungsschwimmer und Schnorcheltaucher beginnt im ersten Jahr die Gerätetauchgrundausbildung, daran schließt der Einsatztaucher Stufe 1 an und darauf baut der Einsatztaucher Stufe 2 auf - so der Bericht von Frank Berkemann, DLRG Langenhagen.