Löschimpulse mit Strahlrohrtechnik geübt

Torsten Bodensiek erläutert die Bonderheiten des Hohlstrahlrohres auf dem Zellerieplatz. (Foto: S. Bommert)
 
Bei einer Durchzündung heißt es Kleinmachen und das Strahlrohr in den Mannschutzmodus stellen. (Foto: S. Bommert)

Seminar zur effektiveren Brandbekämpfung

Kaltenweide. "Die Aufgaben der Feuerwehren unterliegen einem ständigen Wandel und müssen stetig neu definiert werden", sagt Feuerwehr-Pressesprecher Stephan Bommert. Insbesondere die großen Gewerbegebiete bieten ein immenses Gefahrenpotential. Jedes denkbare Schadensereignis könnte hier eintreten. Die Einsätze der klassischen Brandbekämpfung sind schon seit Jahren statistisch stabil und große Schadensfeuer gehören auch durch technische Einrichtungen, wie zum Bespiel Rauchmelder, zur Ausnahme.
"Im vergangenen Jahrzehnt hat sich das Vorgehen im Brandeinsatz grundlegend verändert", erklärt Stephan Bommert. Die Entwicklung führe zu einer effektiveren Brandbekämpfung, bei der ein Feuer gezielt mit wenigen Löschimpulsen gelöscht wird. Ein Wasserschaden, also ein Sekundärschaden, soll dadurch verhindert werden. Der Umgang mit modernen Hohlstrahlrohren wird in der Stadtfeuerwehr bereits seit vielen Jahren regelmäßig geübt. Die Ausbildung hinsichtlich des Vorgehens in einem Innenangriff wird fortan zentral vorgegeben. Dafür wurden am vergangenen Sonnabend zwölf Gruppenführer aus den Ortsfeuerwehren von Fachdozent Torsten Bodensiek weitergebildet. Das bestehende und gute Ausbildungsniveau wurde durch das Seminar verfeinert und nunmehr stadtweit standardisiert. Die Gruppenführer werden die Inhalte des Seminars an ihre Kollegen vermitteln. In einem theoretischem Abschnitt wurden zunächst Strahlrohrtechniken, verschiedene Strahlrohrtypen und die Besonderheiten vom Brandrauch behandelt.
Im Mittelpunkt des Training stand der praktische Umgang mit dem Hohlstrahlrohr im Innenangriff. Ein Hohlstrahlrohr ist die Allzweckwaffe einer modernen Brandbekämpfung. Durch Einstellräder kann die Durchflussmenge sekundenschnell dem vorliegenden Brand eingestellt werden. Bei den älteren Strahlrohren gleicher Klasse konnten entweder 100 oder 200 Liter Wasser pro Minute abgegeben werden. Die Umstellung zwischen beiden Durchflussmengen ist im Gegensatz zum Hohlstrahlrohr zeitaufwendiger. Neben der Durchflussmenge kann ebenfalls die Strahlart eingestellt werden. Die Einstellung erfolgt stufenlos vom Vollstrahl bis hin zu einem Mannschutz.
Beim Vorgehen, zum Beispiel bei einem Zimmerbrand, kommt es besonders darauf an, sich und sein Team aber auch sein Equipment zu kennen und es richtig einzusetzen. Bei einem Innenangriff ist es von großer Bedeutung, sparsam mit dem Löschmittel Wasser umzugehen. Bei der Verdunstung von einem Liter Wasser entstehen etwa 1700 Liter Wasserdampf. Deshalb werden nur kurze, dafür aber starke Wasserimpulse abgegeben. Ziel ist es zum Einen die Verdunstung des Wasser zu minimieren und zum Anderen den Wasserschaden so gering wie möglich zu halten.
In einem zweiten Seminar werden die Seminarinhalte weiter verfestigt und unter Realbedingungen in einem Brandhaus geübt. Zukünftig sollen dann auch einheitliche Hohlstrahlrohre beschafft werden, sodass ein Trupp auch das Strahlrohr eines Trupps einer anderen Ortsfeuerwehr übernehmen kann. Derzeit werden auf den Fahrzeugen noch viele verschiedene Modelle mitgeführt.