Losradeln und genießen war Programm

Familie Heuer im Gespräch mit dem Vorsitzenden der Naturkundlichen Vereinigung, Hans-Jürgen Ratsch (rechts). (Foto: D. Lange)
 
Weiter Blick über Langenhagen bei der Firma Haster. (Foto: D. Lange)

FahrKulTour bot Langenhagener Ein- und Ansichten

Langenhagen (dl).  Mehr als 800 Langenhagener nutzten die neunte Auflage der FahrKulTour, um bei tadellosem Sommerwetter und teils schon vor dem offiziellen Start die Stadt vom Fahrradsattel aus zu erkunden. Für die Teilnehmer der Tour hatte das Veranstalterteam um Ratsfrau Gabriele Spier zusammen mit Gruppen und Vereinen insgesamt elf informative Stationen verschiedenster Art ausgesucht und vorbereitet, die auch ein wenig die Vielfalt der Stadt widerspiegeln sollten. Weil Langenhagen aber nun mal eine recht weitläufige Kommune ist, kommen da schon einige Kilometer zusammen, will man alle elf Stationen anfahren. Deshalb gab es für die Radler neben interessanten Informationen immer auch eine kleine Stärkung für die nächste Etappe. Auf welchem Weg die Radler zu den Stationen kamen, blieb ihnen überlassen. Losfahren und genießen, so die Devise der meist gelbgekleideten Radlertrupps. Wussten Sie übrigens, was ein phänologischer Kalender ist? Am Wasserturm im Eichenpark, Heimat des Naturkundlichen Zentrums Langenhagen und außerschulischer Lernort für die Schüler-Imkereien der IGS Süd und IGS List, konnte man mehr darüber erfahren. Derzeit sind die Schüler der IGS List dabei, einen Kalender zu erstellen, anhand dessen sich im Verlauf eines Jahres der Bienenflug ablesen lässt. Ausgehend von der Zuordnung des Blühzeitraums der von den Bienen bevorzugten Pflanzen zur jeweiligen Kalenderwoche und unter Berücksichtigung weiterer Einflussfaktoren wie Luft-Temperatur und Niederschlagsmenge. Die Aufgabe des Kalenders ist die Erfassung von Klimadaten und ein Überblick über ökologische Zusammenhänge anhand von phänologischen, also periodisch wiederkehrenden Entwicklungserscheinungen. Wie sich der Honig-Ertrag steigern lässt oder wie man die Bienenvölker vor eingeschleppten Parasiten schützen kann, sind weitere Fragen, mit denen sich die Schulimkereien befassen. Wem bei soviel geballter Natur buchstäblich der Kopf schwirrte, für den lohnte sich ein Ortswechsel nach nebenan, zum Platz vor der VHS. Dort präsentierten sich sechs Ehrenamtsgruppen mit Tipps und Informationen über Möglichkeiten eines ehrenamtlichen, sozialen oder kulturellen Engagements in Langenhagen. Auch wenn es sich im Schatten der Bäume im Eichenpark gut aushalten ließ, die Tour hatte doch noch mehr zu bieten. Musik in der Elisabeth-Kirche beispielsweise, mit der Kantorei, der Bläserklasse 10.6 der IGS und den Eliza-Singers. Hinzu kam, dass sich der Aufenthalt im Inneren der Kirche angenehmer gestaltete als draußen in der Mittagshitze. Einen weiten Blick über Langenhagen und den Flughafen boten dagegen die beiden Hubsteiger, die beim Gebäudereiniger Haster im Gewerbegebiet Frankenring sehr begehrt und damit fast pausenlos im Einsatz waren. Wie im vergangenen Jahr war der Repair-Treff mit einem Fahrrad-Pannendienst unterwegs, um gestrandete Radler wieder flott zu machen. Ausgerechnet der Autor dieser Zeilen war es dann, der als einziger „Notfall des Tages“ den Pannendienst in Anspruch nehmen musste. Dabei war der Chronist zuvor mit dem festen Vorsatz angetreten, die Tour mit dem Fahrrad zu begleiten. Indes, der Geist war willig, doch das Fahrrad war schwach. Bereits an der ersten Station, dem Wasserturm, war es mit dem guten Vorsatz schon vorbei. Nichts ging mehr. Dass der herbeigerufene Pannendienst letztendlich nichts ausrichten konnte, lag nicht an Ralf Knoll und Jens Nolden, den beiden Pannenhelfern des Repair-Treffs, sondern an der komplexen Problematik einer blockierten Rücktrittnabe, welcher mit Bordmitteln und in der Kürze der Zeit nicht beizukommen war. Also blieb nur, das Fahrrad wieder einzuladen, sich bei den vielen hilfsbereiten Menschen zu bedanken und den Rest der Tour mit dem Auto zu bestreiten. Beim nächsten Mal wird auch ganz bestimmt das Telefon mit dabei sein. Man weiß ja nie.