Lotti Goslar plant Wiedereröffnung

Ein trostloser Anblick in der Markthalle: Seit dem 1. November ist der bayrische Stand geschlossen. Lotti Goslar kündigte allerdings eine Wiedereröffnung für den heutigen Sonnabend an. Foto: K.Raap

Betreiber sieht keine Möglichkeit für weitere Zusammenarbeit

Langenhagen (kr). "Verehrte Kundschaft. Besondere Umstände zwingen uns, ein paar Tage zu schließen. Am Wochenende sind wir alle wieder für Sie da. Bis dahin liebe Grüße, Lotti Goslar." Dieser mit Kreide geschriebene Text war einige Tage lang auf einer Schiefertafel innerhalb des Standes der in der Europa-Markthalle etablierten Firma "Lottis Bayrische Spezialitäten" zu finden, die vor einigen Wochen Insolvenz angemeldet hatte. Mit anderen Worten: Am heutigen Sonnabend oder am kommenden Montag würde nach Aussagen Lotti Goslars der Betrieb weitergehen. Pünktlich zum 1. November war zuvor das vom Insolvenzverwalter angekündigte Aus in der Halle realisiert worden. Wo zuvor noch voll besetzte Tische dominierten, gab es nur noch gähnende Leere. Nicht nur für eingefleischte Fans des Standes, sondern auch für die Geschäftsleute in der Halle ein richtiger Schock. Denn ein verwaister Stand dieser Größenordnung würde der Beliebtheit der Markthalle einen herben Dämpfer versetzen. Umso größer die Überraschung, als die längst "tot gesagte" Lotti Goslar eine Fortführung ihres Spezialitäten-Standes ankündigte.
Mindestens ebenso überrascht zeigte sich Rainer Dicks, verantwortlich für die Vermietung und Betreuung der Markthallen-Pächter. "Wir haben uns in langwierigen Verfahren von Frau Goslar getrennt", betonte er in einem Gespräch mit dem Langenhagener ECHO, "eine weitere Zusammenarbeit halte ich für ausgeschlossen." Es sei ihm ein Rätsel, wie Lotti Goslar zu ihrer Aussage gekommen sei. Weder ihm noch dem Insolvenzverwalter seien Pläne von einer Auffanggesellschaft bekannt, die den Stand übernehmen wollte oder könnte. So ließ Rainer Dicks dann auch am Donnerstag Lotti Goslars Text mit einem nassen Lappen von der Schiefertafel wegwischen. "Wir setzen alles daran", so der Hallenmanager, "so schnell wie möglich eine attraktive Lösung des Problems zu finden. Wir versichern allen Standinhabern, dass wir unsere Anstrengungen weiter verstärken, die Attraktivität der Europa-Markthalle zu erhalten und möglichst noch zu verbessern."
Anfang August 2007 hatte Bürgermeister Friedhelm Fischer auf dem bayerischen Standes das erste Fass Bier angestochen. Das geschah auf der größten Eröffnungsparty, die je in der Europa-Markthalle stattfand. Keiner der vielen Gäste hätte damals vermutet, dass nur drei Jahre später das Aus für den schnell beliebten Stand kam. Wenn aber Lotti Goslars Ankündigung doch noch einträfe, würde sich der uralte Spruch "Totgesagte leben länger" einmal mehr bewahrheiten.