Macht und Pracht der Eisenbahn

Gerne beim Tag der offenen Tür dabei waren (von links): Ulrike Jagau (GLIEM), Klaus Peter Enders (histrorische Eisenbahn-Uniformgruppe Minden), Florian Barsch und Gabi Spier (GLIEM). (Foto: L. Schweckendiek)

Bahnhof Pferdemarkt war "Offenes Denkmal"

Langenhagen (ls). Der Pfiff eines traditionell gekleideten Schaffners leitet die Führung durch den historischen Bahnhof am Pferdemarkt ein. Die sanierten und mit neuem Inhalt gefüllten Räume der ehemaligen Bahnhofshalle waren am Sonntag im Rahmen des "Tags des offenen Denkmals" zu bestaunen. Deutschlandweit öffneten verschiedene Museen, historische Bauten und Denkmäler ihre Türen, um unter dem Motto "Macht und Pracht" an die Geschichte verschiedener Gebäude zu erinnern. In der eigener Erweiterung des Mottos um ‚Macht und Pracht der Eisenbahn‘ luden Florian und Elke Barsch, Eigentümer des Bahnhofsgebäudes, ein, die Geschichte des Bahnhofsgebäudes kennen zu lernen. „Mit der Eröffnung der Bahnstrecke zwischen Hannover und Visselhövede entstand um 1890 der erste Bahnhof hier in Langenhagen am Pferdemarkt. Das Bahnhofsgebäude wurde mit Ausbau der Bahnstrecke etwa im Jahr 1920 durch ein neues ersetzt, das heutige Gebäude des Bahnhofs am Pferdemarkt. Die denkmalgeschützte Halle, die durch unsere Sanierung nun wieder öffentlich zugänglich ist, hat ihre Ursprung also vor rund 100 Jahren“, berichtet Florian Bartsch, der als Architekt selber Hand an das Bahnhofsgebäude legte. Nach dreizehn Jahren Leerstand hatten die Hallen eine Sanierung dringend nötig. „Der Bahnhof war sehr heruntergekommen. Es stank in den Hallen und die Leute passierten das historische und doch eigentlich so sehenswerte Gebäude nur noch mit gesenktem Kopf auf dem Weg zum Bahnsteig“, berichtet Elke Barsch. Heute strahlt der Bahnhof in neuem Glanz - nicht nur durch die aufwendig sanierten Räume. Längst ist das Bahnhofsgebäude im Katalog "Ganz Langenhagen ist ein Museum (GLIEM)" enthalten, den ein Arbeitskreis ehrenamtlich erstellt hat. Ulrike Jagau und Gabi Spier aus dem GLIEM-Arbeitskreis waren beim "offenen Denkmal" gerne dabei. „Wir bemühen uns um ein buntes kulturelles Programm hier im Bahnhof“, erläutert Gabi Spier, die mit ihrer Initiative das Bespielen der Räume mit Musik, Kunst oder Literatur unterstützt. „Oft finden hier im Bahnhof Lesungen statt. Es wird Kunst ausgestellt oder eine Band tritt auf. Beim ‚offenen Klavier‘ kommen viele Langenhagener, um selbst ihr können am Klavier unter Beweis zu stellen und die Hallen mit Musik zu füllen, ganz unkonventionell.“ Und auch das Café und Restaurant Emma trage zum Erfolg des neuen Bahnhofkonzepts wesentlich bei, so Spier weiter. Dazu befinden sich in den oberen Stockwerken des Bahnhofsgebäudes neu renovierte Büroräume und eine Wohnung wieder, die bereits seit 1969 von einem nun pensionierten Bahnmitarbeiter bewohnt ist. Familie Barsch ist zufrieden mit der Arbeit am Gebäude - und glücklich mit den neu entstehenden Kulturangeboten. Elke Barsch sagt: „Als der Bahnhof zum Verkauf stand haben wir nach einer Immobilie gesucht, um einen kleinen Traum zu verwirklichen. Wir haben uns in dieses alte und schöne Gebäude vom ersten Moment an verliebt.“