„Mächtig was los“

Das Stadtfest mal aus einer anderen Perspektive.Foto: G. Gosewisch
 
Riesenandrang auch zu später Stunde.

Live-Musik regiert das Stadtfest und gestaltet die Partystimmung

Langenhagen (gg). Mit dem Attest „Sehr gut besucht“ schloss das Langenhagener Stadtfest nach drei Tagen und zwei Partynächten. In Richtung Besucherrekord ging der Auftakt am Freitag-Abend. Über dichtem Gedränge und ausgelassene Stimmung schwebte warme Sommerluft, die durch die Life-Musik auf zwei Bühnen und durch den Brauhaus Party-Tower in der Ostpassage mit dem entsprechenden Rhythmus getränkt wurde. Musikfestivalartig ging es am ganzen Wochenende weiter. „An der Musik wird nicht gespart!“, so das wichtigste Erfolgsrezept für das Langenhagener Stadtfest, dem Organisator Günter Sachs mit deutlicher Betonung Nachdruck verleiht. Mit nur wenigen Helfern stemmt er die Vorbereitung und Durchführung des Stadtfestes ganz alleine, trägt die Verantwortung und auch das finanzielle Risiko: „Ich mache das hier schon seit 20 Jahren. Über die Zeit gab es im Hintergrund immer wieder andere Trägerschaften. Nun stehe ich alleine für die Wirtschaftlichkeit gerade. Das mache ich nur, weil ich auch alleine das Programm bestimme und damit mein finanzielles Risiko minimiere.“ Die Wirtschaftlichkeit wird durch die Besucherzahlen bestimmt, die für den nötigen Umsatz an den Ständen sorgen. Nur wenn die Gastronomie vor Ort sehr gut läuft, kann über die Standgebühren die Logistik und die Unterhaltung bezahlt werden. Fatal ist es daher, wenn die Besucher ihre eigenen Getränke mitbringen. „Da greift eins ins andere.“, erklärt Günter Sachs, „Die Besucher erwarten sehr viel. Der Zugang zum Stadtfest ist frei, es gibt keine Eintrittsgebühren und somit für uns keine Einnahmen in diesem Bereich.“ Hochwertig solle und müsse das Programm sein, um das breit gefächerte Publikum für das Stadtfest zu gewinnen, so seine Erfahrung. Mit Gespür für den Zeitgeist nimmt er zusätzlich zu den Musik-Acts mehr und mehr Kleinkunst in das Programm, um dem Familienfest-Charakter Profil zu geben. Akrobaten, Clowns und Artisten verzauberten tagsüber die Gäste und sorgten dafür, dass die Besucher sich länger aufhielten als nur für eine Stippvisite. Die verschiedenen Unterhaltungsangebote für jede Altersgruppe spiegelten sich in der Besucherstruktur. Während die Kleinsten über Kasperle-Theater und Clownerie staunten, sammelten sich die Jugendlichen natürlich rund um den Party-Tower mit Disko-Musik, während am Rathaus- und Marktplatz auf den Bühnen feinster Jazz, Bourban Skiffle oder Abba-Revival den breiten Geschmack der so genannten Ü30, der über dreißig-jährigen, trafen.
Mit durchweg friedlichem Charakter genossen die Langenhagener ihr Stadtfest. Umso auffallender waren einzelne Vorfälle, die einen polizeilichen Einsatz erforderten. Widerstand gegen die Polizei leistete ein Mitte 20-jähriger, der unter erheblichem Alkoholeinfluss stand und sich gegen den Platzverweis aggressiv wehrte. Nach einer Blutprobe verblieb er zur Ausnüchterung bis zum Morgen im Polizeigewahrsam. Leider blieben auch `Körperverletzungsdelikte aus unmotivierten Gründen`, wie es die polizeiliche Mitteilung benennt, nicht aus. Schon kleine Auseinandersetzungen reichten in mehreren Fällen dazu, dass Schlägereien ausbrachen. Eintreten auf am Boden Liegende, Zerschlagen eines Bierglases auf dem Kopf, Platzwunden, Prellungen und Verletzung des Trommelfells kamen vor. Rund um das Stadtfest waren auffällige alkoholisierte Gruppen unterwegs. Spucken, Handys aus der Hand treten oder Tritte in den Oberkörper wurden bei der Polizei zu Protokoll gegeben. Dennoch fällt die abschließende polizeiliche Beurteilung des Stadtfestes relativ positiv aus: "Trotz der aufgeführten Sachverhalte war es insgesamt ein ruhiger Verlauf der Veranstaltung."