Manches duldet keinen Aufschub

Das diamantene Hochzeitspaar mit der Elisabeth-Kirche im Rücken, dem Ort ihrer Trauung vor 60 Jahren. (Foto: D. Lange)

Horst und Gerda Pannes feierten diamantene Hochzeit

Langenhagen (dl). Die romantische Vorstellung von der Liebe auf den ersten Blick, die noch dazu ein Leben lang hält, mag ja für manche die reine Utopie sein. Aber es gibt sie. Die Geschichte von Horst und Gerda Pannes beweist es. Der Tag, an dem sie sich kennen lernten, als es bei beiden gewissermaßen „klick“ machte, ist ihnen noch gut in Erinnerung, denn das war der Tag der Hochzeit von Gerda Pannes` Bruder am 13. Juli 1956. Und weil man als Bräutigam an einem solchen Tag ja so einiges um die Ohren hat, bat besagter Bruder seine Schwester Gerda, doch bitte einen der Hochzeitsgäste vom Bahnhof abzuholen. Es handele sich um einen Arbeitskollegen. Der stattliche und gut aussehende junge Mann, der da am Bahnhof aus dem Zug stieg, war kein Geringerer als Horst Pannes, ihr zukünftiger Ehemann, wie sich später zeigen sollte. Das wussten die zwei zu diesem Zeitpunkt zwar noch nicht, aber im Laufe des Tages wurde ihnen schon klar, dass sie sich auch nach der brüderlichen Hochzeit wiedersehen wollten. Es dauerte keine zwei Monate, da hatte Gerda Pannes ihre Stelle in der Metzgerei in Pöhle, einem Ortsteil von Herzberg am Harz, gekündigt und war nach Kaltenweide gezogen. Bei Sennheiser fand sie schnell eine neue Stelle und am 12. Juli 1957, genau ein Jahr, nachdem sie sich kennenlernten, heirateten Gerda und Horst Pannes. Zunächst nur auf dem Standesamt, die kirchliche Trauung in der Elisabethkirche folgte ein halbes Jahr später und zwar zu Weihnachten 1957, am 26.Dezember. Inzwischen war nämlich schon der erste Sohn geboren worden und somit konnten Kindstaufe und Hochzeit am selben Tag, so zu sagen in einem Aufwasch erledigt werden. Etwa ein Jahr später war die junge Familie dann schon zu viert, denn der zweite Sohn hatte das Licht der Welt erblickt. Es gibt offenbar, wie man an dem Beispiel sehen kann, Dinge im Leben, die dulden keinen Aufschub. Seit 1983 wohnt das Ehepaar in Langenhagen neben der Elisabethkirche. Den dortigen Kiosk zwischen Kirche und Parkplatz in Höhe der Bushaltestelle betrieben sie anfangs der Neunziger noch eine Zeitlang gemeinsam, heute ist er an einen Betreiber verpachtet. Horst Pannes war beim TSV Krähenwinkel/Kaltenweide aktiver Fußballer und Schiedsrichter und wann immer es möglich war, vorzugsweise zweimal im Jahr, zog es sie nach Süden auf die Kanaren, die Balearen oder gerne auch nach Bulgarien.