Marco Brunotte ist draußen

 
Angespannt: Rainer Fredermann (links) mit Timm Jacobs, Vorsitzender des Gemeindeverbandes Isernhagen. (Foto: B. Schröder)

Rainer Fredermann (CDU) holt sich wieder das Direktmandat im Wahlkreis

Langenhagen (ok). Einer ist wieder drin, für den anderen ist erst einmal Schluss. Rainer Fredermann (CDU) aus Wettmar zieht als direkt gewählter Abgeordneter wie 2013 für den Wahlkreis Langenhagen, Burgwedel und Isernhagen in den Niedersächsischen Landtag ein. Der Langenhagener Marco Brunotte (SPD) dagegen, der seit 2008 Abgeordneter ist, hat es trotz eines guten Ergebnisses in einem für Sozialdemokraten schwierigen Wahlkreis nicht geschafft. Der 40-Jährige hat in Langenhagen, Burgwedel und Isernhagen rund 1.000 Stimmen weniger als sein Mitbewerber erreicht. In den CDU-Hochburgen Burgwedel und Isernhagen hat Brunotte deutlich schlechter abgeschnitten als Fredermann, in Langenhagen hatte er mit 10093 (42,2 Prozent) zu 8075 Stimmen (33,8 Prozent) sogar die Nase vorn. Fredermann büßte mehr als die Hälfte seiner Stimmen gegenüber 2013 ein. Das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Christ- und dem Sozialdemokraten war erst nach dem Auszählen der Briefwähler entschieden. Letztendlich ist das gute Ergebnis seiner Partei Brunotte persönlich zum Verhängnis geworden. Da die SPD viele Wahlkreise in Niedersachsen direkt geholt hatte, zog die Landesliste nicht mehr. Dort stand Marco Brunotte auf Platz elf. Brunotte will nach diesem „tollen Wahlabend für seine Partei“ sich jetzt „schütteln und seine Krone richten“. Einen Plan B habe er nach dieser intensiven Phase nicht. Ein Mandat werde eben nur auf Zeit vergeben, das gehöre dazu. Seinem Kontrahenten Rainer Fredermann gratulierte er fair zum Sieg. Der Christdemokrat bedauerte, dass es im Wahlkreis nun nicht mehr „zwei gute Leute im Landtag“ gebe. Selbstkritisch räumte er aber auch ein: „Insgesamt können wir als CDU mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein, zumal ich der einzig direkt gewählte CDU-Abeordnete aus der gesamten Region Hannover bin. Ich stelle mich den neuen Herausforderungen und bin gespannt, in welche Richtung sich die Sondierungsgespräche in den nächsten Tagen entwickeln werden.“
Der zweite Bewerber aus Langenhagen, Einzelkandidat Andreas Eilers, erreichte immerhin insgesamt 186 Stimmen. Ein Ergebnis, mit dem Eilers sehr zufrieden ist. Der Kaltenweider sieht die Stimmen auch als Ansporn für seine eigene Ratsarbeit mit der WAL: Die Bürger schätzten „ehrliche Arbeit“, suchten offensichtlich Alternativen für die Arbeit der großen Parteien.
In Langenhagen schnitt die SPD insgesamt noch besser als im Landestrend holte 39,2 Prozent (9.390 Stimmen). Die CDU kam in der Flughafenstadt auf 31,5 Prozent (7.546 Stimmen). Die FDP kam in der Flughafenstadt  auf 7,0 Prozent. Ein Wert, der 1.669 Stimmen entspricht. Die Grünen erreichen 6,6 Prozent (1.578 Stimmen). Die AfD landete bei 8,4 Prozent (2014 Stimmen) – ihre Hochburg in Langenhagen war wie schon bei der Bundestagswahl der Pferdemarkt mit 14,5 Prozent. AfD-Kandidat Stefan Henze zog über die Landesliste ins Parlament ein. Die Linken lagen bei 4,5 Prozent (1073 Stimmen). 39.275 Bürgerinnen und Bürger waren in der Flughafenstadt wahlberechtigt; die Beteiligung lag bei 61,2 Prozent.