Mehr als ein Wermutstropfen

Vereinschef Bernd Richter verabschiedet Gudrun Ryll (Mitte) und Renate Theusner.Fotos: D. Lange
 
Aufsteiger in die Bezirksliga: die A-Jugend des TSV Godshorn.

TSV Godshorn: Gudrun Ryll und Renate Theusner verabschiedet

Godshorn (dl). Es war im Jahr 1931, als ein zehnjähriger Schüler namens Heinrich Ohrmann Mitglied im damaligen Turnverein Godshorn wurde. Hertha BSC Berlin wurde damals deutscher Fußballmeister vor dem TSV 1860 München, die Weltwirtschaftskrise hatte mittlerweile auch Deutschland erreicht und sechs Millionen Menschen im Land waren arbeitslos. In den Kinos liefen Filme wie „Lichter der Großstadt“ mit Charlie Chaplin und „Der Kongress tanzt“ mit Lilian Harvey und Willi Fritsch. In diesem Jahr 1931 erblickten zudem Michail Gorbatschow, Boris Jelzin, James Dean und Caterina Valente das Licht der Welt. Heute ist Heinrich Ohrmann 90 und noch immer Mitglied im TSV. Für seine 80-jährige außergewöhnliche Vereinstreue bedankte sich der 1. Vorsitzende, Bernd Richter, im Namen des ganzen Vereins bei Heinrich Ohrmann, der von den Teilnehmern der Hauptversammlung mit stehenden Ovationen bedacht wurde. Darüber hinaus wurden weitere langjährige Mitglieder des Vereins ausgezeichnet wie Friedhelm Voltmer, der auf 60 Jahre im TSV zurückblicken kann, und Heino Sturz, der 1971 fast aus dem Nichts die Tischtennissparte gründete. Und auch aus sportlicher Sicht gab es Grund zur Freude. Die A-Jugend-Mannschaft mit ihrem Trainer Frank Hartmann gewann 2010 die Kreismeisterschaft und stieg damit in die Bezirksliga auf. Vier Spieler aus dieser A-Jugendmannschaft werden 2011 in die 1. Herrenmannschaft des TSV wechseln, für die außerdem mit Daniel Hoffmeister ein erstklassiger Torwart verpflichtet wurde. Frank Hartmann, mit neun Staffelmeisterschaften und vier Kreismeistertiteln in verschiedenen Altersklassen seit 14 Jahren ein erfolgreicher Jugendtrainer, wird künftig die E-Junioren trainieren.
Der 1.Vorsitzende des TSV, Bernd Richter, bedankte sich in seinem Bericht des Vorstandes bei allen ehrenamtlichen Mitarbeitern für ihr Engagement sowie bei den Sponsoren, seinen Vorstandskollegen und der Stadt Langenhagen für ihre Unterstützung. Richter ist optimistisch, sieht aber auch die Probleme. Die Kürzungen der Sportförderung von Seiten der Stadt fielen zwar moderat aus, aber Richter bedauert es, dass die Sportförderung der Stadt keine kontinuierliche Zuwendung sei, sondern nach Kassenlage entschieden werde. Er warb deshalb in diesem Zusammenhang um weitere Sponsoren und wies dazu auf die noch freien Felder auf der neuen Werbetafel hin. Diese sei für die Unternehmen eine attraktive Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen und dabei gleichzeitig den Verein zu unterstützen. Eine allgemeine Anhebung der Beiträge aufgrund der Kassenlage für die 1.162 Vereinsmitglieder konnte zwar noch verschoben werden, aber für die Fußballer wird ab 2011 der Beitrag für Kinder und Jugendliche sowie für Erwachsene um einen Euro steigen. Der Antrag des Spartenleiters Wolfgang Krause zu dieser Beitragsanhebung wurde von der Hauptversammlung einstimmig angenommen. Richter beklagte ferner die "nicht immer optimale Kommunikation" mit der Stadt wegen der Belegungszeiten der Sporthallen für Schüler und die Vereine. Da hake es manchmal noch. Natürlich gibt es aber auch Positives zu berichten. Die neue Platzbewässerungsanlage sei ein echter Gewinn für den Verein, denn sie erleichtert den Greenkeepern die Arbeit ganz erheblich. Der Vorsitzende des Ehrenrates, Raimund Radke, kann ebenfalls Positives vermelden. Der Ehrenrat ist die Schiedsstelle des Vereins und der erste Ansprechpartner bei Streitfragen im Verein. In dieser Eigenschaft waren sie im vergangenen Jahr arbeitslos, freute sich Radke, und er hofft, dass das in diesem Jahr auch so bleibt.
Der Haushaltsvoranschlag des Vorstands wurde vom Plenum einstimmig angenommen und ebenso einstimmig wurden Schatzmeister Uli Weyel samt Vorstand entlastet und für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Mehr als ein Wermutstropfen ist sicherlich der Abschied von Gudrun Ryll, die 35 Jahre das Amt der Schriftführerin innehatte und die Geschäftsstelle leitete, und von Renate Theusner, seit 34 Jahren Sozialwartin des TSV. Beide werden sich ins Privatleben zurückziehen, aber sicherlich dennoch dem Verein mit ihrem Wissen und ihrer langjährigen Erfahrung zur Verfügung stehen, wenn es nötig sein wird.