Mehr Gleichbehandlung gewünscht

Emil Brockstedt nahm nach dem Besuch bei Marina und Edgar Schmidt-Nordmeier eine Menge Informationen mit in den Landtag.Foto: E. A. Nebig

Emil Brockstedt informierte sich über Sorgen der Landwirte

Langenhagen (ne). Mit der Thematik „Der ländliche Raum“, beschäftigt sich derzeitig die CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag. Um nähere Informationen über das Leben der Bewohner auf dem Lande, wie zum Beispiel das der Landwirte, Handwerker und Berufspendler zu erhalten, machten sich die Mitglieder der Fraktion in der vergangenen Woche auf, um sich vor Ort zu informieren. Es galt unter anderem zu erfahren, wie steht es mit dem Schulunterricht und dem öffentlichen Nahverkehr? Ist die Grundversorgung mit Lebensmitteln gewährleistet? Was bauen die Landwirte an, was bewegt sie und welche Sorgen haben sie? Der für Langenhagen zuständige Abgeordnete, Emil Brockstedt, verabredete sich deshalb mit dem Krähenwinkeler Landwirt Edgar Schmidt-Nordmeier. Der ist bekanntlich in der Kommunalpolitik engagiert und regte unlängst eine interessante Podiums-Diskussion an, in der es um konventionelle und ökologische Anbaumethoden in der Landwirtschaft ging (das ECHO berichtete). Bei der Besichtigung Hofes an der Walsroder Straße, den die Familie seit dem 18. Jahrhundert bewirtschaftet, erfuhrBrockstedt viel Wissenswertes, das aber nicht nur diesen Hof betrifft, sondern auch die der Kollegen von Edgar Schmidt-Nordmeier in der Region. Die in der nächsten Umgebung arbeiten eng zusammen und lösen mit Hilfe eines Maschinenringes, den 350 Landwirte nutzen, gemeinsam technische Probleme bei Aussaht und Ernte. Der Hof in Krähenwinkel samt einem Hofladen ist ein Familienbetrieb mit derzeitig 120 Hektar Nutzfläche, der aber nur zur Spargel-Saison zusätzliche Arbeitskräfte beschäftigt. Ansonsten ist er in erster Linie ein konventioneller, so genannter Einmann-Betrieb, bei dem der Landwirt Unterstützung durch Familienangehörigen hat. Das sei heute fast die Regel, erfuhr der Abgeordnete. Neben dem Saisongemüse Spargel werden auf dem Hof Getreide, Zuckerrüben, Speise- und Stärkekartoffeln, Mais für die Kaltenweider Bio-Gasanlage und Möhren angebaut. Letztere speziell zur Herstellung von bekannter Babynahrung. Das erfordert den Einsatz von viel Technik mit hohen Energiekosten. Da die Bodengüte in Langenhagen nicht die Beste ist und die Felder auf den Sandböden nur wenig Wasser speichern können, müssen Edgar Schmidt-Nordmeier und seine Nachbarn häufig aus dazu angelegten Brunnen, Grundwasser fördern und damit ihre Felder bewässern, um wirtschaftliche Erträge zu erreichen. Die dazu notwendigen Pumpen werden mit Diesel betrieben. Deshalb gab der Landwirt dem Abgeordneten die Bitte mit auf den Weg, der Landtag möge dafür Sorge tragen, dass die aufgehobene Obergrenze für die Agrardiesel-Steuerrückvergütung, die bei 10.000 Litern jährlich gelegen habe, nicht wieder eingeführt werde, was die Bauern befürchteten. Er und die Mehrheit seiner Kollegen seien konventionelle Landwirte, die sich zudem von der Politik mehr Gleichbehandlung in der Bewertung von biologischer und konventioneller Produktion wünschten, gab Edgar Schmidt-Nordmeier weiter zu bedenken. Erstere sei teuer und zweitens gar nicht in der Lage, den deutschen Markt abzudecken, womit er nicht gegen den Öko-Anbau votieren wolle, ganz im Gegenteil. Da der Hof auch Grüngut-Sammelstelle im Auftrag von aha ist, nutzte der Landwirt die Gelegenheit, auch auf Probleme bei der Grüngutabgabe hinzuweisen. Hier seien die von den Kunden oft umgangenen, strengen Auflagen der Abfallgesellschaft aha zu beachten. Keinesfalls dürfe Grasschnitt angeliefert werden! Zum Abschluss des Besuchs informierte der Gastgeber seinen Besucher über die Bedeutung von Vereinen und Verbände im sozialen Gefüge des ländlichen Raumes. Als Beispiele führte er mit guten Begründungen Mitgliedschaften in den freiwilligen Feuerwehren, den Schützenvereinen und den Sozialverbänden an.