Mehr Naturtöne, weniger Glimmer und Glitzer

Neubau der Kita-Krähenwinkel soll Raumerfahrung bringen

Langenhagen (gg). Eine erste sogenannte Anmutung, ein Architekten-Entwurf, zur neuen Kita-Krähenwinkel präsentierte Susanne Hofmann, Büro Baupiloten aus Berlin, bei der jüngsten Sitzung des Stadtplanungsausschusses. Wegen der Zuständigkeit war zweckmäßigerweise die Sitzung des Ortsrats Krähenwinkel kombiniert. Es wird ein eingeschossiger Holzrahmenbau mit einer Grundfläche von rund 1.500 Quadratmetern an der Wiesenstraße, am Übergang zum Ernst-Hugo-Weg entstehen. Eigentlich ist keine Bebauung auf diesem Grundstück möglich, denn es liegt mit der nördlichen Hälfte in der Taglärm-Schutzzone und mit der südlichen Hälfte in der Nacht-Schutzzone. Für die Wahrnehmung des Lärmunterschieds beim Durchschreiten des Grundstücks wagte der Stadtbaurat keine Prognose – eine scherzhafte Bemerkung am Rande. Wichtig ist für die Stadtverwaltung, dass es wegen der „dringend notwendigen Versorgung der Bevölkerung“ in Sachen Kinderbetreuung seitens des zuständigen Landesministeriums für Verbraucherschutz wohl eine Ausnahmegenehmigung für diesen Siedlungsbeschränkungsbereich gibt. Das Grundstück wurde von der Stadt Langenhagen erworben. Die Kita soll auf der südlichen Grundstückshälfte gebaut werden. Der nördliche Grundstücksteil soll den Kita-Kindern als Freigelände dienen. Untergebracht werden drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen. Die Stadtverwaltung hat die reinen Baukosten für den Neubau im Jahr 2015 mit 2,56 Millionen Euro angegeben. Im Finanzhaushalt stehen 4,7 Millionen Euro insgesamt zur Verfügung. Fertigstellung und Bezug soll im August 2017 sein. Dann wird die bisherige Kita-Krähenwinkel, die noch in der Grundschule untergebracht ist, aufgelöst. Die Grundschule erhält damit mehr Platz, was Voraussetzung für die Umwandlung zur Ganztagsschule ist.
Architektonisch realisiert werden soll im Neubau „Licht und das Spüren der Jahreszeiten“, so die Ausführung von Susanne Hofmann bei der Präsentation. Ihrer Erfahrung werden damit die Wünsche der Kita-Kinder berücksichtigt, die sie, auch für andere Projekte, vorab in einer sogenannten Partizipation abgefragt hat. Zwar wurden von den Kita-Kindern vor einem viertel Jahr Wunsch-Kita-Modelle mit extrem viel Glitzer und Glimmer gebastelt. „Das war uns doch zu viel“, erklärte die Architektin. So sollen Naturtöne die neue Kita prägen, eine Holzfassade wird favorisiert. Verschachtelte Decken-Aufbauten auf dem Modulbau und Spiegelflächen sollen Raumerfahrungen ermöglichen. Kritisch hinterfragt wurde seitens der Ausschuss- und Ortsratsmitglieder die geringe Anzahl der bisher notierten Parkplätze. Drei seien da sicherlich zu wenig, so der Hinweis von Wolfgang Langrehr (SPD). Zudem müsse sich die Verwaltung rechtzeitig Gedanken um den möglichen Schleichverkehr auf dem Ernst-Hugo-Weg machen, wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Kita bringen und abholen.