Mehr Sprachen im Service

Anforderung an Mitarbeiter wächst

Region. Mehr als 300.000 Menschen mit Zuwanderungsgeschichte leben in der Region Hannover – mehr als ein Viertel aller Einwohner. Das Integrationskonzept der Region zeigt jetzt die Leitlinien für ein gelungenes Miteinander von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund auf. „Vielfalt und Zusammenhalt“ ist das Konzept überschrieben, das in einem groß angelegten Beteiligungsprozess in den vergangenen drei Jahren erarbeitet worden ist. Die Ausschüsse für Gleichstellung und für Soziales haben nun grünes Licht gegeben.
„Das Integrationskonzept gibt eine strategische Ausrichtung vor“, sagt Dorota Szymanska, Leiterin der Koordinierungsstelle Integration der Region. „Ziel war den Weg für größtmögliche Partizipation und Teilhabe aufzuzeigen.“ Das geschieht in acht Bausteinen, die gemeinsam mit Interessierten in mehreren Diskussionsforen und Workshops entwickelt wurden. Im Vorfeld waren rund 700 Vereine, Verbände und Einrichtungen angeschrieben, nach Wünschen und Ideen befragt und zur Mitwirkung aufgefordert worden. Als Arbeitsschwerpunkt wurden im Lauf des Prozesses die Themenfelder, „Partizipation und Teilhabe“, „Willkommenskultur“, „Geflüchtete“, „Bildung und Sprache“, „Wirtschaft und Arbeit“, „Gesundheit und Pflege“, „Vernetzung“ sowie „Interkulturelle Öffnung“ identifiziert. „Es gibt bereits viele gute Ansätze“, sagt Szymanska. „Es gilt jetzt, diese Ansätze für die Zukunft weiter zu entwickeln.“
So benennt das Konzept etwa als ein Ziel, die mehrsprachigen Unterstützungs- und Beratungsangebote im Gesundheitsbereich – auch in der Präventionsarbeit – weiter auszubauen. Weitere Punkte: Kulturelle Vielfalt in Unternehmen soll als Wirtschaftsfaktor stärker hervorgehoben werden. Zugewanderte sollen nach Abschluss eines Integrationskursus Anschlussangebote erhalten. Zudem will die Region eine Einwanderungsberatung schaffen, die auch über die Anerkennung von Abschlüssen informiert. Für die Regionsverwaltung selbst sieht das Konzept vor, dass die Fremdsprachenkenntnisse der Mitarbeiter mit Kundenkontakt weiter ausgebaut werden. „Das Konzept gibt eine allgemeine Richtung vor“, sagt Kristina Lohre von der Koordinierungsstelle Integration. „ Es ist so gestaltet, dass man je nach Personal- und Finanzierungsausstattung konkrete Maßnahmen ableiten kann.“ Dorota Szymanska ist vor allem wichtig, dass Integration keine Einbahnstraße ist: „Integration muss als beidseitiger Prozess verstanden werden.“