„Meine Tür steht immer offen“

Ist wie alle beim Hospizverein mit viel Herzblut bei der Sache: Koordinatorin Elke Kruse. (Foto: O. Krebs)

Koordinatorin Elke Kruse zieht nach 100 Tagen beim Hospizverein eine überaus positive Bilanz

Langenhagen (ok). Da geht es ihr genauso wie den Ehrenamtlichen, die beim Hospizverein dabei sind: Sie ist mit Herzblut bei der Sache. Für Koordinatorin Elke Kruse ist der Beruf wirklich eine Berufung, seit 100 Tagen ist sie beim Hospizverein Langenhagen tätig. Und hat in diesen knapp drei Monaten schon fast alle Heime und ambulanten Pflegedienste kennen gelernt. Ein großes Netzwerk in Hannover hatte die gelernte Palliativkrankenschwester, die auch ausgebildete Trauerbegleiterin ist, sich ohnehin schon im Laufe der Jahre aufgebaut. Die gebürtige Lübeckerin fühlt sich beim Hospizverein in Langenhagen richtig gut aufgenommen, das Vereinsleben sei gut, der Umgangston miteinander sehr freundlich. Alle zögen an einem Strang, jeder packe ungefragt mit an. So etwa auch beim Infostand, der am Sonnabend, 8. Oktober, im CCL gegenüber Böhnert am Welthospiztag für den Langenhagener Verein wirbt. So braucht der Hospizverein dringend neue Sterbebegleiter, vor allen Dingen Männer sind gefragt.Es gibt einen Informationsabend zum neuen Kursus, der am Montag, 7. November, um 18.30 Uhr in der Geschäftsstelle in der Walsroder Straße 65 startet. Nähere Infos gibt Koordinatorin Elke Kruse unter der Telefonnummer (0511) 9 40 21 22 oder unter kruse@hospiz-langenhagen.de. Mit fast allen Ehrenamtlichen hat Elke Kruse intensive Gespräche geführt, ist bei den Erstgesprächen mit den Patienten immer dabei. „So fällt es mir leichter, den geeignetesten Betreuer zu finden. Individualität ist dabei ganz wichtig.“ Die Sterbebegleiter entlasteten die Angehörigen in der letzten Phase des Lebens und oft auch noch nach dem Tod. Und die Sterbebegleitung lasse viele sicher auch bewusster leben, beispielsweise sei der Ärger über die eigenen Kinder eher nebensächlich und verfliege schnell, sodass die Freude über den Nachwuchs überwiege. Die Trauerbegleitung als Einzelbegleitung hat Elke Kruse forciert, lobt dabei ihre Vorgängerin Margit Tobie, die mit den gelegten Strukturen im Verein gute Vorarbeit geleistet habe. Und eine große Stütze sei für sie auch Sekretärin Anja Rimrodt, die den Vorstand und sie ungemein entlaste. Der Hospizverein ist für Elke Kruse wie ein kleines Unternehmen; die Dokumentation hat sie jetzt auf die elektronische Hospizsoftware umgestellt. Erstaunt ist sie über die vielen Telefonanrufe und Spontanbesuche, bei denen ihr Rat gefragt ist und Perspektiven aufgezeigt werden sollen. Elke Kruse, die noch einmal deutlich macht, dass es sich in Langenhagen um einen ambulanten Hospizdienst und nicht um ein stationäres Hospiz handelt: „Meine Tür steht immer offen, wenn ich da bin.“ Und eine Menge Aufgaben warten im nächsten Jahr auf die Koordinatorin, die auch die Fortbildung der ehrenamtlichen Sterbebegleiter übernimmt: Der Hospizverein feiert das ganze Jahr über sein 25-jähriges Bestehen. Ein Ereignis, das zum Beispiel im Januar mit einer Lesung, im Mai mit einem Tag der offenen Tür und dann im November mit einem Festakt im Rathaus gefeiert wird. Und dann ist da noch die Aktion „Hospiz macht Schule“, bei der es diesmal imFebruar oder März in die Fuhseschule nach Hannover-Stöcken geht. Und, wie schon gesagt: Bei allen diesen Aktionen ist viel Herzblut gefragt.