Mimuse sucht Bühne

Langenhagen (gg). An den weitreichenden Folgen einer geplanten Baumaßnahme tüftelt in diesen Tagen Franz Gottwald. Als Mitarbeiter der Verwaltung im Fachdienst Kultur und Organisator im Verein Klangbüchse stellt er seit Jahren hoch erfolgreich das Programm für das Kleinkunstfestival Mimuse zusammen. Kabarett, Comedy und Musik finden auf den Bühnen im daunstärs und im Theatersaal statt, doch letzterer steht wegen geplanter Umbaumaßnahmen im nächsten Jahr nicht mehr zur Verfügung – ein großes Problem für Franz Gottwald, denn um das hochwertige Programm zu füllen, muss er die Künstler lange im voraus buchen und bei einer Reduzierung auf nur noch eine Bühne ist seitens des Vereins keine Wirtschaftlichkeit mehr gegeben. Seit einigen Wochen läuft er nun durch Langenhagen und sucht Ersatzbühnen, aber sein Problem bleibt, denn ohne einen Zeitplan zur Baumaßnahme kann er die Künstler nicht rechtzeitig buchen: „Die großen Namen werden dann weg sein.“
Eine Verjüngungskur will die Stadtverwaltung dem Theatersaal verpassen, hatte dafür zunächst eine neue Bestuhlung und einen neuen Fußbodenbelag im Blick. Im Rahmen der Bestandsaufnahme zeigte sich Handlungsbedarf, in Bezug auf Brandschutz, Fluchtwege, Elektrik und Weiteres. Im Haushalt 2014 vorgehalten sind daher 80.000 Euro für die Planungsphase und 420.000 Euro für die Bauausführung. Da dabei mehrere Gewerke zusammenzubringen sind, so die Auskunft von Bürgermeister Friedhelm Fischer, sind Zeitabläufe sorgsam zu planen, das war bisher noch nicht abgeschlossen. Nun ist festgelegt worden, dass der Theatersaal von Mai 2015 an für gut ein Jahr geschlossen sein wird.
„Grundsätzlich ist ja gut, dass der Theatersaal attraktiver ausgestattet und modernisiert wird“, sagt Gottwald und ergänzt, „Ich bestimme im Verein Klangbüchse ja nicht allein, die Mitglieder bestimmen gemeinsam.“ Ob und welche Ausweichbühne in der Spielzeit-Saison 2015/16 genutzt wird, klärt sich in den nächsten Wochen. Denkbare Lösungen wie der Festsaal im Eichenpark oder die Aula im Schulzentrum scheiden wegen logistischer Probleme aus. Seitens des Vereins ist das Heranschaffen und Abbauen von Bühnentechnik oder Bewirtung nicht zu leisten. Vorstellen kann sich Franz Gottwald auch die Nutzung des Kinos, er bleibt dran.