Mindestlohn statt Sozialdumping

Andreas Pralle (links) und Hendrik Hoppenstedt im Gespräch. (Foto: D. Lange)

Hendrik Hoppenstedt zu Besuch bei Pralle Logistik

Langenhagen (dl). Seit jeher gilt das Interesse der CDU den mittelständischen, oft inhabergeführten Unternehmen in Deutschland. Ein wichtiger Grund also für den CDU-Bundestagsabgeordneten Hendrik Hoppenstedt anlässlich seines Besuchs bei der Pralle Logistik, einem Familienunternehmen mit über 70 Mitarbeitern in Langenhagen, einmal mit dem Geschäftsführer Andreas Pralle über die Situation in der Logistikbranche zu sprechen. Dabei kam nicht nur das derzeitige schlechte Image der Logistikbranche zur Sprache, sondern vor allem die Einführung des Mindestlohns sowie die möglichen Auswirkungen der geplanten PKW-Maut. „Neben unseren Stadt- und Kurierfahrten und weiteren Geschäftsfeldern liegt unsere Kernkompetenz im wesentlichen in der bundesweiten Großhandelslogistik“ sagt Andreas Pralle. „Für den Pharma-, Autoteile-, Elektrik- und Bürogroßhandel wickeln wir mit unseren regionalen Partnern die gesamte Auslieferungslogistik ab. Wir beliefern Apotheken, die mitunter bis zu fünf Mal am Tag angefahren werden. Eine ausgeklügelte Datenfunktechnik mit eigens dafür entwickelter Software zur Steuerung der Touren und Fahrzeuge hilft uns dabei, Kosten und Zeit zu sparen“. Ein wichtiges Thema, denn im Transport von Gütern werden die tatsächlichen Kosten häufig nicht abgebildet, sprich: die Leistungen werden nicht angemessen entlohnt. Daran mag der Internethandel mit seiner „heute bestellt und morgen geliefert Mentalität“ durchaus beteiligt sein, kann aber sicher nicht als Alleinverursacher der Situation in der Branche gesehen werden. „Unter Wettbewerbsgesichtspunkten sind die Auswirkungen des gesetzlich festgelegten Mindestlohns zwar noch nicht klar erkennbar, aber für uns ist das ein bedeutender Schritt hin zur sozialen Gerechtigkeit ohne Dumpinglöhne.“ Auch die Politik wird, so Hoppenstedt, die Entwicklung der Mindestlohneinführung beobachten. „Wir sind, was dieses Thema betrifft, ständig mit den Tarifkommissionen im Gespräch“. Inwieweit die Einnahmen aus einer PKW-Maut, wenn sie denn so wie geplant in Kraft treten sollte, für die Verkehrsinfrastruktur und vor allem in welcher Höhe zur Verfügung stehen, ist dagegen noch völlig offen. Klar ist für den Spediteur und Logistiker Andreas Pralle nur eins: der Sanierungsstau bei Brücken und Straßen ist jetzt schon immens und dürfte mittelfristig für erhebliche Verkehrsstörungen in der Logistik sorgen. Für die CDU gilt "Erhalt vor Neubau" zwar als ausgemacht, aber fest steht schon jetzt, dass die Mittel trotz der Maut für LKW und PKW nicht ausreichen werden.