Mirko Heuer wird neuer Bürgermeister

Ein fairer Verlierer, ein strahlender Gewinner: Friedhelm Fischer (rechts) gratuliert seinem Nachfolger Mirko Heuer.Fotos: O. Krebs
 
Mirko Heuer durfte am Wahlabend auch telefonisch viele Glückwünsche entgegen nehmen.

Friedhelm Fischer muss Chefsessel im Rathaus am 1. November räumen

Langenhagen (ok). Mirko Heuer wird ab 1. November Chef im Langenhagener Rathaus sein. Der 48-Jährige, der zwar als CDU-Kandidat angetreten war, im Wahlkampf aber stets betont hatte, ein "Bürgermeister für Alle" zu sein, setzte sich gegen Amtsinhaber Friedhelm Fischer (SPD) durch, holte 58,8 Prozent der Stimmen. Ein doch deutlicher Vorsprung, denn Friedhelm Fischer, der acht Jahre lang Bürgermeister der Flughafenstadt war, hatte vor der Stichwahl noch einen Vorsprung von dreieinhalb Prozent auf Heuer gehabt. Die Wahlbeteiligung lag bei 35 Prozent. Fischer ereilte damit das gleiche Schicksal seiner Vorgängerin Susanne Schott-Lemmer (CDU), die 2006 nach nur fünf Jahren vom damaligen Herausforderer abgelöst worden war. Allerdings zeigte Fischer in der Stunde der Niederlage mehr Größe als Schott-Lemmer vor acht Jahren, gratulierte Heuer fair. Die CDU-Fraktion muss sich jetzt auf die Suche nach einem neuen Fraktionschef machen. Ein ganz enges Rennen gab es um das Amt des Regionspräsidenten: Hauke Jagau (SPD) bleibt im Amt, gewann gegen Herausforderer Axel Brockmann (CDU) hauchdünn mit 50,9 zu 49.1 Prozent. In Langenhagen hatte er mit 52,2 Prozent sogar die Nase vorn. Doch zurück in die Flughafenstadt: Nach eigenen Angaben will Heuer "dicke Bretter bohren", den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung seinen "Geht-wenn-Weg" nahebringen und seine Sicht eines modernen Dienstleistungsunternehmens vermitteln. Langenhagens SPD-Chef Marco Brunotte und Heuers Pendant als Fraktionsvorsitzender, Marc Köhler, waren natürlich nicht begeistert vom Ausgang der Wahl, zeigten sich aber wie auch Fischer als faire Unterlegene. Köhler betonte, dass es die "Pflicht" der Ratsmehrheit sei, mit dem neuen Verwaltungschef zusammenzuarbeiten und auch Marco Brunotte hob hervor, dass es für gute Demokraten selbstverständlich sei "zum Wohle Langenhagens" zu agieren. Was Fischer nach dem 1. November machen wird, steht noch in den Sternen. In den Landesdienst geht es für den 58-Jährigen jedenfalls nicht automatisch zurück, dort war er vor acht Jahren ausgeschieden. Bis zu dem Zeitpunkt werde er allerdings seinen Job weiter ordentlich erledigen wie bisher und ist auch bereit, das Amt vernünftig an seinen Nachfolger zu übergeben. Was seinen früheren Kontrahenten Jens Mommsen angeht, der ihn gerade im Wahlkampf scharf attackiert hatte, reagierte Fischer emotionslos: Er werde ihn weiterhin wie ein "normales Ratsmitglied" behandeln, das wie bisher auch alle Auskünfte bekomme, die es haben wolle.
Die SPD muss sich allerdings in eine knallharte Analyse des Wahlergebnisses begeben, sich fragen, wie es zu dieser Schlappe in der Stichwahl kommen konnte. Fischer konntenur zwei Wahlbezirke für sich entscheiden – einen in Kaltenweide und einen in der Kernstadt – holte auch in seinem Heimatort Krähenwinkel lediglich 43,8 Prozent. In Godshorn – der Ortsteil, den beide vor drei Wochen wegen der Diskussion ums Schwimmbad klar an Jens Mommsen abgeben mussten, drehte sich das Blatt eindeutig zu Gunsten Heuers, der hier teilweise mehr als doppelt so viel Stimmen holte. Überhaupt wollten die Bürgerinnen und Bürger im umkämpften Westen der Stadt offensichtlich einen Wechsel an der Spitze der Kommune – bis zu 67 Prozent sprechen hier eine klare Sprache für den Herausforderer aus dem Elbeweg, der jetzt auf eine steile politische Karriere zurückblicken kann. Nach seinem Bürgerengagement fürs La2O 2006 in den Rat der Stadt Langenhagen gekommen, realtiv schnell Fraktionschef geworden und jetzt Hauptverwaltungsbeamter. Bis zum 1. November hat Mirko Heuer jetzt noch ausreichend Zeit sich an seine neue Aufgabe zu gewöhnen, dann allerdings wartet eine Menge Arbeit auf den dreifachen Familienvater, der sich jetzt schon ehrenamtlich auf vielen Feldern Langenhagens engagiert und über mangelnde Beschäftigung bestimmt nicht klagen kann.