Mit dem „Frosch“ bis nach Indien

Abenteuer: Zu dritt hin, zu viert zurück

Langenhagen (ok). In 80 Tagen um die Welt – der Titel des wohl bekanntesten Werks des Autors Jules Verne. Amelie und Till de Boer sind zwar nicht ganz so weit gefahren – 33.000 Kilometer, haben dafür aber auf ihrer Tour durch zwölf Länder nach Indien eine ganze Menge erlebt. Höhepunkt war sicher die Geburt von Sohn Theo, der in einem Geburtshaus in Indien zur Welt gekommen ist. „Das halbe Jahr vor der Entbindung waren wir in Nepal, mussten aufpassen, nicht über 2.000 Meter Höhe zu kommen, um das Kind im Mutterleib nicht zu gefährden“, erinnert sich Till de Boer, der bei DHL am Flughafen arbeitet, sieben Jahre lang in Schulenburg-Nord gelebt hat. Mittlerweile ist er mit seiner Familie in die Nähe von Walsrode umgezogen. Zu der gehören seit Kurzem Theos Bruder Hugo und natürlich auch Hund Ole, der die weite Reise nach Asien weitgehend klaglos mitgemacht hat. Zwischenzeitlich war auch Vierbeiner Ford mit an Bord, wurde tragischerweise aus dem „Frosch“ geklaut. Frosch? Nanu, noch ein Haustier mit an Bord. „Nein, nein“, so Till de Broer schmunzelnd,“Frosch ist die Bezeichnung des Mercedes Rundhaubers, mit dem wir unterwegs waren.“ Und mit dem schon in Alfeld ein längerer unfreiwilliger Zwischenstopp eingelegt werden musste – ein Reifen war platt. Der „Frosch“ diente eineinhalb Jahre lang als Wohn – und Schlafzimmer zugleich; lediglich zweimal wichen Amelie und Till bei unerträglicher Hitze in Indien in ein Hotel mit Klimaanlage aus. Ihre Abenteuer auf dem Landweg nach Indien hat Amelie de Boer in dem Buch „Abenteuer Hippie Trail“ zu Papier gebracht; die packend geschriebene Road-Story der beiden Overlander ist im Buchhandel erhältlich. Was den zwei Globetrottern vor allen Dingen in Erinnerung bleiben wird, ist die unglaubliche Gastfreundschaft, die ihnen während der gesamten Zeit entgegen gebracht worden ist – gerade bei Pannen, die ja nun mal auf so einer langen Reise nicht ausbleiben. Till de Broer hat eine Begebenheit auch gut drei Jahre nach dem Abenteuer im Kopf: „Während der Regenzeit in Nepal mussten wir eine zwölfstündige Buddelaktion starten, weil der Laster abgerutscht war. Anschließend haben wir mit allen Helfern die 'Rettung' kräftig gefeiert.“ In Indien ging's oft im Schritttempo durch die Dörfer, das Leben spielt sich auf den Straßen ab. Eine weitere Erkenntnis der weiten und langen Reise: „Die Menschen verhalten sich oft fatalistisch, glauben an die Wiedergeburt.“ Amelie und Till de Boer können auf viele Erfahrungen zurückblicken, die sie gewiss nicht missen möchten. Sie sehen die Welt und ihre Umgebung jetzt oft mit anderen Augen, und viele Probleme werden für sie angesichts des Elends, mit dem sie auf ihrer Reise konfrontiert waren, ganz klein. Wer mehr über den spannenden Trip im Laster erfahren möchte: Einfach www.frosch-laster.de anklicken oder – noch besser – das Buch von Amelie de Boer kaufen, in dem sie ihre Reiseerlebnisse und natürlich auch den Verlauf der Schwangerschaft ausführlich schildert.