MIT irritiert über „Stil der Region“

Hier geht es nicht um das sprichwörtliche halbe Schwein auf Toast, sondern um ein Ärgernis für die Landschlachtereien: Schlachter Carsten Dettmers erläutert Dietmar Reddig und Michael Mertens von der MIT Wedemark anschaulich, warum er sich mit seinen Sch

„EU-Verordnung muss umgesetzt werden, aber warum auf so rigorose Weise?“

Elze (awi). Ob Trichinenbeschau – Trichinen, die zu Erkrankungen mit tödlichen Folgewirkungen beim Menschen führen können, sind nach dem Wissensstand von Landschlachter Carsten Dettmers bei Hausschweinen in Deutschland seit den 50er Jahren nicht mehr festgestellt worden – überhaupt noch notwendig sind, steht auf einen anderen Blatt. „Die Untersuchung ist Pflicht und das soll umgesetzt werden, auch nach neuer EU-Verordnung, aber wie die Region Hannover dies umsetzt, das irritiert uns als Interessenvertretung mittelständischer Betriebe schon sehr“, erklärte gestern bei einem Pressetermin in der Landschlachterei Dettmers Wedemarks MIT-Vorsitzender Dietmar Reddig.
Weil jede der bisherigen dezentralen Beschaustellen neu hätte akkreditiert werden müssen und dies die Region eine Menge Geld (geschätzt 100.000 Euro insgesamt) gekostet hätte, hat die
Region entschieden, dass alle dezentralen Stellen in den Kommunen geschlossen werden und Schlachter wie Jäger ihre Proben frisch geschlachteter beziehungsweise geschossener Schweine zu einer zentralen Sammelstelle
der Region an der Hildesheimer Straße in Hannover bringen müssen, von wo aus sie zur zentralen Untersuchungsstelle im Schlachthof Gleidingen weitergeleitet werden. „Das ist für so kleine Betriebe wie unseren nicht nur mit erheblichem zeitlichen und personellen Aufwand verbunden, es dauert vor allem auch wesentlich länger, bis wir das Ergebnis haben“, ärgert sich Carsten Dettmers. „In der Woche vor Weihnachten habe ich Montagmorgen meine Proben nach Hannover gebracht, am Dienstag um 13.30 Uhr hatte ich immer noch kein Ergebnis. Die Kunden standen bei mir vor der Tür, wollten frisches Mett und frisches Fleisch kaufen und ich musste sie vertrösten. Das ist Eingriff in den Wettbewerb“, so Dettmers. Dietmar Reddig ergänzt: „Die MIT kann vor allem nicht nachvollziehen, warum die Region, die bis Ende 2012 Zeit mit der Umsetzung der EU-Vorgaben gehabt hätte, am 7. Dezember letzten Jahres ein Fax an die Betriebe geschickt und die Änderung bereits am 16. Dezember umgesetzt hat. Das ist rücksichtslos und irritiert uns, diplomatisch gesagt.“ Es habe Alternativvorschläge vom LAVES (niedersächsisches Amt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) gegeben, die dezentralen Stellen unter ihrem Namen laufen zu lassen. Das wäre für die Region kostenneutral gewesen, diese hätte den Vorschlag jedoch bisher ignoriert. Auch eine Meldung der CDU-Regionsfraktion vom Wochenende, die Region hätte jetzt Kompromissbereitschaft signalisiert, habe Geschäftsführer Volker Sielaff vom Fleischerverband Niedersachsen-Bremen bisher nicht bestätigen können. MIT-Chef Reddig fordert jetzt mit Nachdruck einen runden Tisch, an dem vor allem auch die direkt Betroffenen, nämlich die Fleischer und die Jäger, sitzen sollen, um gemeinsam mit der Region und Fachleuten Lösungen zu erarbeiten.