Mit Leib und Seele Schiedsrichter

So kennen ihn die Fußballspieler seit 40 Jahren: Klaus Gerson in Schiedsrichter-Kluft im Langenhagener Walter-Bettges-Stadion. (Foto: K. Raap)

Klaus Gerson erhielt goldene NFV-Verdienstnadel

Langenhagen (kr). Seit vier Jahrzehnten ist er unzählige Wochen im Jahr bei Wind und Wetter unterwegs, um Fußballspiele zu pfeifen: Für diese engagierte und ehrenamtliche Tätigkeit wurde der Langenhagener Klaus Gerson jetzt mit der goldenen Verdienstnadel des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) ausgezeichnet. Diese Ehrung nahmen jetzt NFV-Präsident Karl Rothmund und Michael Nitsche, Vorsitzender des Schiedsrichter-Ausschusses beim Kreis Hannover-Land, während einer Veranstaltung in Burgdorf vor. Seine Schiedsrichter-Prüfung legte der 67-Jährige im Jahr 1976 bei Sparta Langenhagen ab, wo er auch einige Jahre Fußball spielte. Angefangen mit dem Sport hatte es für den achtjährigen Klaus im Jahr 1957 beim SCL. Und wie es damals für viele Kinder in der Flughafenstadt üblich war, mit dem Turnen beim legendären Oberturnwart Karl Steuhl in der Brinker Turnhalle. Im Jahr 1964 schloss er sich der SCL-Badmintonsparte an. Nach seinem Intermezzo bei Sparta entschied sich Klaus Gerson im Jahr 1983 für den SCL als alleinigen Verein, und das ist mittlerweile auch schon 33 Jahre her. Auch beim SCL spielte er noch Fußball, soweit es seine Schiri-Tätigkeiten erlaubten.
Seine eigentliche Liebe galt natürlich seiner Rolle als Unparteiischer. Und dieses Amt erledigt er durchweg souverän und ohne Hektik. Allerdings nicht nur defensiv. Wenn sich Spieler, Trainer, Betreuer oder auch überengagierte Eltern allzu polemisch äußern, kann er mit einer roten Karte auch schnell einmal wieder Ruhe in das Geschehen bringen. Gepfiffen hat er unterschiedlichste Mannschaften bis zur Kreisliga, als Linienrichter war er auch in der Landesliga unterwegs.
Klaus Gerson ist gebürtiger Langenhagener. Nach Zwischenstationen an der Grenzheide und in der Freiligrathstraße, wo sehr viele SCL-Fußballer wohnten, landete er in Schulenburg. Mit seiner Frau Ulla ist er seit 44 Jahren verheiratet und hat zwei Kinder. Das Ehepaar freut sich über vier Enkelkinder. Beruflich konnte Klaus Gerson als Maschinenbauer und Industriekaufmann zweigleisig fahren. Zurzeit ist er noch beim Amtsgericht Hannover ehrenamtlich als Schöffe tätig. Wie er gegenüber dem Langenhagener Echo erklärte, sei die Ehrung keineswegs das Ende seiner Schiri-Aktivitäten. Ein paar Jahre wolle er noch anhängen. Darüber wird sich auch der Niedersächsische Fußballverband freuen, denn Schiedsrichter werden immer mehr zur Mangelware in Deutschlands beliebtester Sportart.