Miteinander ins Gespräch kommen

Elke Zach fragt die Bewohner nach ihren Lieblingsplätzen in Langenhagen. (Foto: D. Lange)

Talk-Café und Stadtteilkonferenz in Wiesenau

Langenhagen (dl). Mit der Gründung des Vereins „Wohnen in Nachbarschaften in Wiesenau“ (WIN) startete im Quartierstreff der neuen Mitte auch das Talk-Cafè, dass in erster Linie die Bewohner der Flüchtlingsunterkünfte in der Hackethalstraße und der Hans-Böckler-Straße ansprechen soll. Einmal wöchentlich in lockerer Runde zusammenkommen und sich kennen lernen, Kaffee trinken und dabei miteinander ins Gespräch kommen – wenn möglich auf Deutsch – ist zunächst einmal das Ziel des neuen Formats. WIN-Vereinsvorstand Michael Pommer ergänzt: „Das Ziel dieser Form von Integrationsarbeit ist natürlich eine Vertiefung der Sprachkenntnisse, gewissermaßen als ein Praxis- und alltagsorientierter Sprachunterricht. Wir versuchen dabei gleichzeitig, die kleinen und großen Probleme der Flüchtlinge zu lösen, wir helfen bei der Übersetzung von Verträgen und geben Hilfestellung, wenn es um Schul- oder Berufsausbildung geht, nicht zuletzt auch bei Bewerbungen, je nach Status der Flüchtlinge“. Viele Syrer zum Beispiel besitzen keine schriftlichen Nachweise ihrer Qualifikationen. Wenn es sie denn je gab, so sind sie während des Krieges verloren gegangen, so wie überhaupt jegliche staatliche Ordnung und Infrastruktur in ihrem zerstörten Land. Zur im Anschluss an das Talk-Cafè stattfindenden Stadtteilkonferenz, die wetterbedingt kurzerhand nach draußen verlegt wurde, kamen nur wenige, überwiegend ältere Anwohner des Stadtteils, die teils schon seit Jahrzehnten in Wiesenau leben. Ihre Themen drehen sich um eine barrierefreie Fußweggestaltung mit abgesenkten Bordsteinen, die vor allem auch nicht zugeparkt werden oder um Fußbälle, die vom benachbarten Spielplatz gelegentlich in ihrem Vorgarten landen. In diesem Zusammenhang nahmen die beiden Ratsfrauen Anja Sander und Elke Zach, die in regelmäßigen Abstand zu den Gesprächen im Stadtteil einladen, die Anregung auf, einen möglichst nahegelegenen Bolzplatz im Stadtteil zu schaffen. Bisher noch ungelöst ist dagegen das Parkplatzproblem vor dem Netto-Markt Heinrich-Heinestraße. Die Parkflächen dort werden offenbar nach wie vor von vielen Kraftfahrern als Abkürzung und Schleichweg zweckentfremdet. Nicht nur ältere Menschen, aber vor allem sie, fühlen sich dadurch massiv in ihrer Sicherheit gefährdet. Ein wichtiger Schritt in Richtung Barrierefreiheit wird der für das Jahr 2020 angekündigte Ausbau der Stadtbahnhaltestelle Wiesenau darstellen, die dann zu einem Hochbahnsteig umgebaut werden soll.