Modell Oberschule abgewiesen

SPD-Vorschlag macht Realschule zur IGS

Langenhagen (gg). Die Robert-Koch-Realschule (RKS) wird in eine IGS, die Dritte in Langenhagen, umgewandelt. Die SPD-Ratsfraktion setzte damit ihren Vorschlag, mit Unterstützung von BBL und Grünen, in der jüngsten Sitzung des Bildungsausschusses gegen die Stimmen der CDU und der Vertreterin der Lehrerschaft im Bildungsausschuss, Silke Kaune (Lehrerin am Gymnasium), durch. Ob Schüler auf dieser neuen IGS sogar Abitur machen können, wird von der Verwaltung noch geprüft. Hintergrund ist Analyse der Anmeldezahlen für die RKS. Nicht nur RKS-Leiter Thomas Kelber hatte auf sinkende Beliebtheit der Schulform hingewiesen, auch eine im Frühjahr gelaufene Elternbefragung hatte dies bestätigt. Eine RKS-Umwandlung wollte auch die CDU-Ratsfraktion, allerdings setzte sie auf das Modell Oberschule, das in der CDU geführten Landesregierung 2011 erschaffen wurde. Dem Prinzip nach soll die Bildungsvielfalt erhalten bleiben, denn Haupt- und Realschule vereinen sich in der Oberschule unter einem Dach. Ein gymnasialer Zweig kann kombiniert werden. Für die Umwandlung der RKS zur Oberschule gab es ein Votum aus dem RKS-Kollegium, was die CDU-Fraktion als Argument anführte. Knapp die Hälfte des Lehrer-Kollegiums hatte an einer Abstimmung teilgenommen, 20 Lehrer waren dafür, vier dagegen. Die Gründe für das Fehlen der Hälfte des Kollegiums bei der Abstimmung seien nach Auskunft von RKS-Leiter Thomas Kelber vielfältig und nicht mehr zu benennen. Ausdrücklich empfahl er einen Blick auf die Langenhagener Schullandschaft mit der „IGS-Tradition und dem gut laufenden Gymnasium“. Die neu geschaffene IGS-Süd (umgewandelt aus der früheren Brinker Schule) sei eine Erfolgsstory dank der hervorragenden Arbeit von Schulleiterin Mascha Brandt, die innerhalb von nur drei Jahren eine Fünfzügigkeit geschafft habe. Aus seiner Sicht sei die Gefahr gegeben, dass sich die Einrichtung der Oberschule zum Eigentor entwickele, eben nicht beliebt werde. Dies Befürchtung teilte Ulrike Jagau (Grüne) ausdrücklich. Mit ihrer Bemerkung „Der Lehrerwille kann kein Argument sein. Lehrer kommen und gehen. Die Schulformen bleiben“ sorgte sie für große Verärgerung bei Silke Kaune, die dies als Arroganz wertete. Sie konterte: „Politiker kommen und gehen auch.“