Moschee ohne typische Architektur

Baugenehmigung erteilt, Gerriet Kohls fragte nach

Langenhagen (gg). Das Gerücht zum Bau einer Moschee an der Karl-Kellner-Straße 108 machte in den vergangenen Monaten die Runde. Informationen dazu forderte der politisch engagierte Gerriet Kohls aus Kaltenweide vor knapp drei Wochen in einer Einwohnerfragestunde ein. Er ist für seine konservative Haltung bekannt. Eine von vornherein eher skeptische Haltung ihm gegenüber war als Grundstimmung im Saal durchaus wahrnehmbar, was sicherlich seiner Meinung geschuldet war, wonach das Grundrecht der Religionsfreiheit in Bezug auf den Islam überdehnt sei, weil die islamischen Traditionen (Bekleidungsvorschriften, Kinder- und Vielehen, fehlender Gleichberechtigung, fehlende Trennung von Staat und Religion) den hiesigen Werten entgegenstünden.
Seit Jahrzenten sehr aktiv ist der Verein „Türkisch Islamische Gemeinde“ in seinem Domizil an der Bahnhofstraße. Räume sind zu einer Moschee umgebaut worden. Gläubige versammeln sich, insbesondere zum Freitagsgebet, was in der Nachbarschaft nur auffiel, weil die ohnehin knappen Parkplätze dann vollends belegt waren. Mit der Etablierung wuchs der Raumbedarf. Der Verein erwarb vor einigen Jahren eine Immobilie nebenan, in Eigenleistung wurde umfangreich umgebaut, um eine Kinder- und Jugendbetreuung zu ermöglichen. Alles läuft ruhig und unauffällig und entsprechend gelassen sieht Stadtbaurat Carsten Hettwer die nun geplante Expansion. Den Vorwurf der Verheimlichung der Pläne (eingereicht im Juli, Baugenehmigung erteilt am 20. September) wies er als absurd zurück. „Bauanträge werden nicht veröffentlicht“, das sei für alle Antragsteller gleich.
Weitere Fragen von Gerriet Kohls wurden von der Stadtverwaltung nun beantwortet. Zur Größe:
Der Neubau hat eine Grundfläche von rund 430 Quadratmeter. Der Gebetsraum im Obergeschoss hat eine Fläche von 322 Quadratmeter. Verzichtet werde auf die für eine Moschee typische Symbol-Architektur. Nur die vier Ecken des Gebäudes werden durch die vorgestellten zwölf Meter hohen Elemente formal betont. Sie überragen das Dach um 2,50 Meter. Die Genehmigung nach Luftfahrtverkehrsgesetz liege vor. Eine Kennzeichnung als Luftfahrthindernis sei nicht erforderlich. Zur kritischen Frage nach verfehlten Integrationsbemühungen erklärt die Stadtverwaltung: „Die Errichtung einer Moschee an sich ist weder fördernd noch hindernd für die Integration. Entscheidend ist, wie in einer solchen Einrichtung die Integrationsbemühungen der Stadt aufgenommen werden. Der Vereinsvorstand der Türkisch Islamischen Gemeinde befindet sich ständig im Dialog mit dem Integrationsbeirat der Stadt Langenhagen und der Politik.“ Weitere Fragen von Gerriet Kohls leitete die Stadtverwaltung an den Verein weiter. Beispielsweise, ob der Muezzinruf über Langenhagen erschallen wird. Dies wird verneint, es werde so weiterlaufen wie seit 31 Jahren in Langenhagen. Die Imame sind Absolventen der Universität Islamische Theologie in der Türkei. Sie kommen auch aus der Türkei und werden vom türkischen Staat bezahlt. Ihre Arbeitszeit in einer Moschee beträgt fünf Jahre. Sie predigen in Türkisch mit einer deutschen Übersetzung auf Papier.