Mühe mit motzenden Freizeitlern

Die Gräben in Twenge führen ganzjährig Wasser. Ernst Fründ hat den Bewuchs im Blick. (Foto: G. Gosewisch)

Grabenräumung erfordert Maschineneinsatz

Langenhagen (gg). Gräben an Feldrändern hat Ernst Fründ seit eh und je im Blick. Der Landwirt aus Twenge sagt: „Den Begriff Seestädte für Altenhost, Maspe, Twenge und Hainhaus gibt es nicht zufällig, das hat schon seinen Grund.“ Das Wasser der Wietze stand vor 60 Jahren so hoch, dass die Wiesen wochenlang überflutet waren. Ohne die Gräben, die in der Zeit ausgehoben wurden, wäre an Ackerbau nicht zu denken gewesen. Die Wirkung der Gräben sei aber für alle Anlieger wichtig. „Früher sind die Keller viel öfter vollgelaufen“, erinnert sich Ernst Fründ und hofft, dass das nicht in Vergessenheit gerät. Denn die Gräben müssen regelmäßig geräumt werden, damit sie funktionieren. Übermäßiger Pflanzenbewuchs und Sediment wird ausgehoben, um den Grabenquerschnitt zu erhalten und den Abfluss zu sichern. Mit Maschineneinsatz wird das in jedem Jahr vom städtischen Betrieb gewährleistet, die Gräben in Twenge und Umgebung räumt Ernst Fründ in Eigenregie und in Abstimmung mit dem Wasser- und Bodenverband. „Doch bei der Arbeit werden wir von Radlern und Spaziergängern noch beschimpft“, berichtet Ernst Fründ, der nun dem Rat der Stadt Langenhagen erneut als „Schaubeauftragter für Gewässer“ vorgeschlagen ist; als Stellvertreter ist Erhardt Haase benannt. Ernst Fründ leistet viel Aufklärungsarbeit, nimmt sich Zeit für Gespräche mit den über den Maschinenkrach motzenden Freizeitlern. „Viele sind regelrecht aggressiv, schimpfen auch über die Landwirtschaft allgemein. Da ist einfach viel Unwissen. Nach einer Erklärung, für was wir arbeiten, gibt es dann Einsicht“, so seine Erfahrung. Keine Chance zur Aufklärung habe er allerdings bei den Umweltsündern, die illegal und heimlich Gartenabfälle in die Gräben kippen. „Das ist ein großes Problem“, sagt Ernst Fründ. Es gebe genug zu tun. Nicht nur die freien Grabenkilometer seien zu bearbeiten, sondern auch Brückendurchlässe oder Unterführungen allgemein. Er ergänzt: „Zu unterscheiden ist die Renaturierung, die wichtig in Bereichen ist, in denen sie möglich ist. Ein Beispiel ist auf dem Golfplatz zu sehen.“