Müll sammeln und Kunst erschaffen

Claudia Koch (hinten, von links) und Petra Voigt vom Verein win planten gemeinsam mit Hans-Joachim Klatt, Iris Hegemann, Helga Alt, Gerd Schulz (vorne, von links), Susanne Herrmann und Valentin Herrmann. (Foto: G. Gosewisch)

Aktion in Wiesenau am Sonnabend, 21. April

Langenhagen (gg). „Wir wissen, wir sind spät dran, aber wir haben auch viel vor“, sagt Claudia Koch vom Quartierstreff in Wiesenau mit Blick auf den Kalender. Es geht um die diesjährige Müll-Sammelaktion am Sonnabend, 21. April, von 10 bis 12 Uhr. Treffpunkt ist an der Freiligrathstraße 11. Andernorts sind die bekannten Flurreinigungen bereits gelaufen, sogar in der Kernstadt rund um das Rathaus wird schon eher, am 15. April, Müll gesammelt. Claudia Koch sagt: „Ich weiß, dass der Aufruf zum Müllsammeln nicht besonders verlockend wirkt, zumal es um die Freizeitgestaltung am Wochenende geht. Aber mit dem geselligen Abschluss und der Chance, Menschen in der Nachbarschaft kennenzulernen, hoffen wir, Anwohner für die Sache zu gewinnen.“ So wird es im Anschluss an die Müllsammlung für alle Helfer eine Zusammenkunft und Leckeres vom Grill geben. Und im Quartierstreff an der Freiligrathstraße 11 wird Iris Hegemann über ihr Kunstprojekt „Die Müllis“ berichten. Ihre Foto-Ausstellung begleitet das Projekt. Es geht darum, gesammelten Müll zu gestalten, sodass neue Formen entstehen, die wiederum am Fundort fotografisch in Szene gesetzt werden. „Die Motive inspirieren zu Geschichten“, sagt Iris Hegemann und wünscht sich einen Mitmach-Effekt. „Über die Auswertung der Motive gibt es vielleicht irgendwann Rückschlüsse auf besondere Müllarten in den jeweiligen Gebieten“, sagt sie in Bezug auf das Projekt, das sie nicht nur in Langenhagen, sondern auch in Hannover schon interessierten Gruppen vorgestellt hat. „Schmunzeln ist erwünscht bei unserem Aufruf“, sagt Claudia Koch, denn das Schmunzeln rüttele auf, erzeuge eine Signalwirkung, schärfe das Bewusstsein für die gute Sache und das Mitmachen sei dann wahrscheinlicher. Und spannend sei auch, die Perspektive zu wechseln. Claudia Koch sagt: „Mann kann sich ja auch fragen, ob es möglich ist, weniger Müll zu produzieren. Ist das eine Utopie oder kann das eine Realität werden?“
„Darum geht es. Aktionen wie diese zeigen, dass es eine neue Qualität geben kann“, sagt Valentin Herrmann, der sich am Aufruf gerne beteiligt, schließlich hänge ein besseres Wohnumfeld immer von einer aktiven Gestaltung ab. Wir wollen das Nützliche auch mit Fröhlichkeit verknüpfen“, so die Überzeugung von Susanne Herrmann, die sich ebenfalls für die Müll-Sammelaktion einsetzt.
Anwohnerin Helga Alt schließt sich der Empfehlung an, denn sie selbst hat gute Erfahrungen gemacht, ist bekennende Müllsammlerin überall dort, wo sie spazieren geht, auch im Urlaub. „Es ist gut, wenn der Müll weg ist“, sagt sie. Im ECHO hat sie über die vielen Aktionen im Quartierstreff gelesen und sich daraufhin entschlossen, dort „einfach einmal hinzugehen“. „Keine Dreckecken mehr in Wiesenau“ ist das Motto von Gerd Schulz, der sich ebenso wie Hans-Joachim Klatt schon lange für ein sauberes Straßenbild einsetzt. Sein Aufruf: „Einfach mitmachen, dann ändert sich was.