Multikulti funktioniert sehr gut

Humira Pragasky (links) hilft. Die junge Somalierin ist fleißig bei der Sache. (Foto: G. Gosewisch)

Ehrenamtliche helfen dem Sozialberatungsdienst

Langenhagen (gg). Mit der Betreuung der Asylbewerber leistet der Sozialberatungsdienst der Stadtverwaltung immer eine individuelle Beratung. Sehr unterschiedlich sind die vorhandenen Kenntnisse, an entsprechend vielfältigen Stellen stehen die Menschen, die in Deutschland eine neue Heimat finden wollen, im Alltag vor Hürden und brauchen dringend Hilfe.
Um den vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden, haben Doris Lange und Susanne Waas-Hansen vom Sozialberatungsdienst zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten Anne Kirchenbücher bereits im vergangenen Herbst ein Konzept erarbeitet. Unter dem Titel „Langenhagen begrüßt“ gestalten sie eine Willkommenskultur. Zwar können Asylsuchende Sozialleistungen in Anspruch nehmen, aber das Erlernen der deutschen Sprache macht große Schwierigkeiten, denn für entsprechende Kurse fehlt das Geld. Unterstützung brauchen die Asyl-Suchenden auch bei der Orientierung: Eine Weg- und Alltagsbegleitung ist nötig, damit Einrichtungen wie Schulen, Kitas oder medizinische Versorgungen überhaupt gefunden werden. Der Sozialberatungsdienst hatte daher Bürgerinnen und Bürger zur Mithilfe aufgerufen. Mit dabei waren schon Hazina Haqparwa und Humira Pragasky. Angela Mirsoeva wollte bei der Alltagsbegleitung helfen und wie Hemasiri Warnakulasooiya und Hamid Khalil verschiedene Aufgaben übernehmen. Sie alle waren sich einig: „Wir wissen noch genau, wie es war, als wir aus einem fremden Land hier angekommen sind. Es war sehr schwer, sich zurechtzufinden. Wir haben es nun geschafft, das wollen wir weitergeben.“
Inzwischen läuft die Betreuung durch die Ehrenamtlichen seit mehreren Wochen und die Zwischenbilanz jetzt fällt außerordentlich positiv aus. Mit Monika Kräker hat das Team um Humira Pragasky sogar noch Verstärkung bekommen. Sie hatte im ECHO den Aufruf im vergangenen Herbst gelesen und sich spontan bei Doris Lange gemeldet. „Das ist eine sinnvolle Aufgabe, das war mein erster Gedanke“, sagt die Krähenwinklerin, sie ist pensionierte Schulsekretärin.
„Kurrios und dennoch effektiv“ werde im Deutsch-Kursus gearbeitet. „Multikulti funktioniert sehr gut“, erklärt Humira Pragasky. Die gebürtige Afghanin kann zwar ihren Landsleuten mit der Landessprache Farsi helfen, doch Arabisch oder afrikanische Dialekte spricht sie nicht. „Das macht nichts, wir fangen ganz von vorne an“, erklärt die gelernte Bankkauffrau, die zudem berufstätig ist. Anhand von Bildern und Zeichensprache werden Vokabeln gelernt. Einfach nur glücklich sei sie, wenn die Teilnehmer für beim nächsten Treffen nach kräftigem Üben zu Hause schon ganze Sätze sprechen und sie fröhlich begrüßen.
Interessierte, die den Asylbewerbern Deutsch-Unterricht geben mochten, melden sich im Büro des Sozialberatungsdienstes in der Schützenstraße 2 in der dritten Etage, Telefon (0511) 73 07 93 27. Demnächst soll mit Unterstützung durch Ortsbürgermeisterin Gudrun Mennecke ein Kursus in Engelbostel in den Räumen des Dorfgemeinschaftshauses eingerichtet werden.