Musikalisches Talent begann im Küsterhaus

Teilnehmer der kleinen Feierstunde bei der Enthüllung der Schautafel sprachen sich für die Fortsetzung der GLIEM-Arbeit aus. (Foto: G. Gosewisch)

GLIEM sorgt für Heimatgeschichte am Wegesrand

Engelbostel (gg). Ein weiteres Kapitel Heimatgeschichte hat die Arbeitsgemeinschaft GLIEM („Ganz Langenhagen ist ein Museum“) ausgearbeitet und interessierten Bürgern zugänglich gemacht. Eine neue Schautafel an der Kirchstraße 75 gibt Hinweise auf das Leben und Wirken des Komponisten Helmuth Jörns, der am 17. Mai 1911 im dortigen Küsterhaus geboren wurde. Sein Vater war Hauptlehrer im Dorf. Helmuth Jörns wurde früh musikalisch gefördert. Hier ein GLIEM-Auszug: „Bereits als Neunjähriger beherrschte er mehrere Instrumente und spielte in einer Reihe von Konzerten als Trompeten-Solist. Im Jahr 1930 wurde seine erste Orchesterkomposition uraufgeführt. 1937 wurde er mit 26 Jahren an die Pädagogische Hochschule in Elbing (Ostpreußen) berufen, wo er unter anderem in Theorie, Komposition, Musikgeschichte, Dirigieren sowie Gehör- und Stimmbildung unterrichtete. Ein Jahr nach seinem Dienstantritt gründete er eine Familie, doch schon 1939 wurde er eingezogen, musste an den Feldzügen in Polen und Frankreich teilnehmen und kam schließlich an die Ostfront, wo das junge Musiktalent 1941 am 28. August vor Reval fiel.“
„Helmuth Jörns hinterließ ein reichhaltiges musikalisches Werk. Wo und ob es Originale der Partituren und Noten gibt, ist nicht bekannt“, erklärte Heike Brück-Winkelmann, Leiterin des Stadtarchivs, bei der Enthüllung der GLIEM-Schautafel. Gerne unterstützt sie die ehrenamtliche Arbeit der GLIEM-Arbeitsgemeinschaft (AG). Diese stellt eine öffentlichkeitswirksame Ergänzung des Stadtarchivs dar, denn alle GLIEM-Texte sind im virtuellen Museum unter www.langenhagen.de einsehbar. Christa Röder nahm die Enthüllung der GLIEM-Schautafel im Rahmen einer kleinen feierlichen Zusammenkunft vor. „Alle kennen GLIEM, das ist gut so. Dies ist die 90. Schautafel, weitere werden folgen“, so ihre Ankündigung im Namen der AG-Mitglieder, darunter Joachim Vogler, Ulrike Jagau und Gabriele Spier. Ortsbürgermeisterin Gudrun Mennecke sprach sich für eine weitere finanzielle Unterstützung seitens des Ortsrates aus: „Schließlich stellen die Schautafeln auch Ausflugspunkte dar.“ Wilhelm Eike bestätigt dies. Er bietet auf Anfrage Trecker-Touren auf heimatgeschichtlichen Pfaden an.