Muss sofort etwas passieren?

An der Hermann-Löns-Schule soll der Klassentrakt links in einigen Jahren abgerissen werden. (Foto: G. Gosewisch)
 
Schimmel in den Klassenräumen ist der Gesundheit der Schüler sicherlich nicht zuträglich. (Foto: O. Krebs)

Umbau der Hermann-Löns-Schule ab 2019

Langenhagen (gg). „Brandschutztechnisch und energetisch nicht haltbar“ bezeichnete der städtischen Hochbau-Leiter Carsten Busch Teile der Hermann-Löns Schule in der jüngsten Sitzung des technischen Schulbau-Ausschusses. Er gab Auskunft zur seit 2015 geplanten Sanierung an der Niedersachsenstraße im laufenden Schulbetrieb, für die der Rat derzeit auch grünes Licht gegeben hatte. Demnach wird zunächst ein neuer Klassentrakt gebaut. Der dreigeschossige Bau aus den 60er Jahren wird danach abgerissen. An der Abriss-Stelle wird eine neue Turnhalle gebaut. Es folgt danach der Abriss der alten Turnhalle und der Bau einer neuen Mensa und Aula an dieser Stelle. Das Hauptgebäude steht unter Denkmalschutz. Anbauten sind dort nicht möglich, sogar die freie Ansicht muss erhalten bleiben. Einvernehmen gab es im Ausschuss zu den Plänen, sie waren vielen Mitgliedern ja auch noch in Erinnerung. „Seit Anfang 2017 haben wir die Planung wieder aufgenommen. Ein Objektplaner soll jetzt gefunden werden“, sagte Frank Güsewelle, Mitarbeiter in der städtischen Abteilung Hochbau. Zum weiteren Zeitplan: Ende 2017 soll der Projektplaner gefunden sein, für 2018 soll die Baugenehmigung vorliegen. „Anfang 2019 könnten die Baumaßnahmen beginnen, Fertigstellung wäre dann Ende 2021. Die Baukosten betragen grob geschätzt sieben bis zehn Millionen Euro. „29 Monate Bauzeit mögen lang erscheinen, aber wir bauen im Bestand um“, ergänzte Frank Güsewelle. Stadtbaurat Carsten Hettwer betonte: „Einzelne Baukörper sind schon eher fertig, wie beispielsweise der neue Klassentrakt im Jahr 2019.“ Auf Nachfrage von Ulrike Jagau (Grüne) zur Berücksichtigung von steigenden Anmeldezahlen, die ihr beispielsweise aus der benachbarten Kita Elisabeth bekannt sind, sagte Carsten Hettwer: „Das Raumprogramm ist eine wichtige Voraussetzung. Wir bauen erst, wenn wir wissen, was gebaut werden soll.“ Wolfgang Langrehr wies darauf hin, dass die geplante Ein-Feld-Sporthalle nur für eine Dreizügigkeit reiche, die Hermnann-Löns-Schule aber bald auf eine Fünfzügigkeit ausgelegt sein müsse.
Dagmar Jannik (SPD) wendete sich an Carsten Busch, der für die Hermann-Löns-Schule eine bisherige Verzögerung des Baubeginns um einige Monate eingeräumt hatte. Sie fragte, ob mit den vorhandenen Mitarbeitern Projekte zu realisieren seien. Sie bat um die einfache Antwort Ja oder Nein, doch Carsten Busch gab Auskunft zur bisherigen Mitarbeiter-Fluktuation, verwies auf die Trennung von Bauherrenaufgabe und Projektsteuerung. Für Letztere sei eine Erweiterung noch anzustreben, aber alles in allem sei das Team nach interner Umstrukturierung auf einem Weg, was Dagmar Jannik zusammenfasste: „Also nein!“ Damit brodelte nur die Spitze des Eisbergs aus dem hintergründigen Ärger unter Lehrern und Eltern an vielen Schulen, an denen Container statt Klassenräume zur Verfügung stehen. Silke Kaune, Ausschussmitglied und Lehrerin am Gymnasium, brachte es auf den Punkt: „Container stehen überall, Schimmel bildet sich selbst in den Neuen. Das formt eine Elternhaltung. Lehrer wandern schon ab, weil die Arbeitsbedingungen unzumutbar sind.“ Vorwürfe von Uwe Gülke (Schulelternrat) und Jens Mommsen (BBL) zur Verzögerung der Schulsanierung bezeichnete der Stadtbaurat als „Dreck werfen“ und „schädlich für die Abteilung Hochbau.“ Die nächste größere Denk-Aufgabe für den Rat kündigte er schon an: „Für die Kita Veilchenstraße müssen neue Räume gefunden oder gebaut werden. Der bisherige Systembau (überzogene Standzeit) muss ersetzt werden.“ Eine denkbare Bauplatz-Option sei ein Teil des Schulhofes der Hermann-Löns-Schule.