„Mutmaßungen entbehren jeder Grundlage“

Hort Kaltenweide: Verärgerung über Schreiben des Stadtelternrates zu Unterschriftenliste

Kaltenweide (ok). Kompetente Träger wie DRK, evangelische Kirchengemeinde oder auch AWO werden nach Ansicht der Kaltenweider CDu vor den Kopf gestoßen, weil die Verwaltung die beiden Hortgruppen an der Zellerie jetzt doch in städtischer Trägerschaft belassen will. Begründung: Das Konzept sei gut. Für CDU-Fraktionssprecher Reinhard Grabowsky kein Argument, schließlich gebe es noch gar keine Vergleichsmöglichkeiten. Der Kita Zellerie sei die Hortaufgabe zunächst nur vorübergehend übertragen worden, ein Konzept nicht verlangt worden. Freie Träger seien durch einen von Rot-Grün mitgetragenen Ratsbeschluss ausdrücklich zu einer Bewerbung für einen Hortbetrieb aufgefordert werden. „Über diese Stillosigkeit“, so Grabowsky, „kann man nur den Kopf schütteln.“
Für Aufregung sorgt auch ein Schreiben des Stadtelternrates, das Unterschriftenlisten in den Hortgruppen nach Auffassung der CDU „ungefragt und ungewollt“ ergänzt. Während die Signatur in der Unterschriftenliste lediglich darauf abzielt, dass der Hort der Kita auch weiterhin von der Stadt geführt wird., liefert der Stadtelternrat noch gleich eine ganze Reihe von Argumenten mit , warum der Hort in städtischer Trägerschaft bleiben und nicht auf die Freien übergehen soll. Neben der bestehenden Bindung der Kinder zu den Erzieherinnen und der Nähe zur Schule – andersfalls wäre vielleicht ein kostenpflichtiger Fahrdienst notwendig – schreibt der Vorsitzende Steffen Hunger, dass die Konzepte anderer Hortlösungen den Eltern nicht bekannt seien, weil sie der Öffentlichkeit bisher nicht zugänglich seien. Gegenüber FeBeL seien viele Eltern aber sehr skeptisch eingestellt, weil sie dort eine „sehr konservativ geprägte religiöse Weltanschauung „ vermuten.
Die Reaktionen der Eltern haben nach Aussage der CDU nicht lange auf sich warten lassen, viele seien wegen des erweiterten Kontextes aufgebracht und verärgert gewesen, wollten in diesem Zusammenhang sogar ihre Unterschrift zurückziehen. So schreibt nach Aussage einer Mutter, die ihre Kinder sowohl in der Kita Zellerie als auch in der von FeBeL betriebenen Kita Arche untergegracht aht: „Ich jabe unterschrieben, weil ich damit den Bedarf an weiteren Hortplätzen in Kaltenweide signalisieren wollte. Ich distanziere mich aber ausdrücklich vom nachträglich formulierten Schreiben des Kita-Stadtleternrates. Was da geschrieben wird, sind reine Mutmaßungen und entbehren jeglicher Grundlage.“ Der Teamvorstand des Kita-Stadtelternrates ist daraufhin zurückgerudert und hat den Ball an die Initiatoren der Unterschriftenaktion zurückgespielt. Die hätten angeführt, dass eine Unterschriftenliste ohne die Benennung von Gründen unsinnig sei. Der Stadtelternrat sei bei der ganzen Aktion nur unterstützend tätoig gewesen. Bei den Vertretern der FeBeL entschuldigt sich der Stadtlelternrat für die „Missverständnisse“. Es seien „keinerlei persönliche Ansichten“, sondern es handle sich lediglich um „Beweggründe der Eltern“, die „nicht vernachlässigt werden“ dürfen. Der Teamvorstand räumt ein, dass es leider unterlassen worden sei, die Gründe der Eltern zu hinterfragen; man habe gedacht, die Eltern wüssten, warum sie unterschreiben. Dass die Gründe durchaus unterschiedlich sein können und nicht jede Begründung von jedem mitgetragen werde, sei normal; es sollten aber möglichst alle Begründungen aufgezeigt werden. Der Teamvorstand weiter: „Sollten wir dennoch jemanden mit den Ausführungen der Elterngründe verärgert haben, so entschuldigen wir uns.“
Die CDU Kaltenweide spricht sich für ein faires Auswahlverfahren ohne Verfälschung des Elternwillens. Außerdem kann nach Ansicht von Grabowsky auch noch nicht das letzte Wort über weitere Hortplätze in Kaltenweide gesprochen sein. Der Antrag von Rot-Grün, über den auch im nächsten Jugendhilfeausschuss am kommenden Dienstag beraten werden soll, sei „vorschnell gezimmert“, weil er sich vorläufig dagegen ausspreche.