NABU bittet um Hilfe

NABU-Aufruf zur Mithilfe (Foto: Foto: Uwe Manzke, Grafik: Jürgen Koch)
 
Eine Bunte Mischung im Eimer: Links unten Laubfrosch, in der Mitte drei Grasfrösche und rechts ein Wasserfrosch. (Foto: R. Stankewitz)

Frösche, Kröten und Molche in der Wanderung

Langenhagen. Alle Jahre wieder wandern die heimischen Amphibien im Frühjahr, besonders stark bei Regen und Temperaturen über 8°C, von ihren Winterquartieren zu den angestammten Laichgewässern. Dabei queren sie zwangsweise auch Straßen, die ihre Lebensräume zerschnitten haben. Für viele Tiere endet diese Straßenquerung tödlich. Um die Tiere zu schützen, sind vor allem die Rücksicht von Autofahrern innerhalb der Wanderzonen und natürlich viele Helfer während der Wandersaison notwendig.
Die in Langenhagen bekannten Wandergebiete (sind alle mit den Verkehrsschildern "Achtung Krötenwanderung" gekennzeichnet): Die Straße »An der Neuen Bult« wird durch Querbaken ab 18 Uhr bis 06 Uhr voll gesperrt. Ein Durchfahren zum oder vom Betriebshof / Wietzeblick ist nur für Mitarbeiter des Betriebshofs gestattet. Am Wietzeblick gilt ab 18 Uhr Halteverbot an den Parkplätzen. In dieser Wanderzone kümmern sich einige wenige Naturfreunde um die wandernden Amphibien. Dieser Bereich ist insbesondere für Helfer aus der Kernstadt und Anwohner des Stadtwaldes wegen der geringen Entfernung zur Wanderzone einfach zu erreichen. Eine weitere Wanderzone befindet sich am Stucken-Mühlen-Weg ungefähr auf Höhe des Waldsees in Krähenwinkel. Innerhalb dieser Zone wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h reduziert. Für diesen Bereich haben sich bislang noch keine Betreuer finden können. Auch die Wirtschaftswege nördlich des Flughafens sind als Wanderzonen für Amphibien bekannt. Diese Wege sind ganzjährig nur für Anlieger freigegeben und während der Wanderzeit von 18 bis 6 Uhr mit Querbaken komplett gesperrt. „Leider werden diese Wege immer wieder zum Abkürzen der Fahrstrecke zwischen Flughafen und Kananohe genutzt. Der erlaubte Weg durch Kaltenweide ist nur vier Kilometer länger, was ungefähr fünf Minuten mehr Zeit bedeutet – ein geringes Opfer um die Leben von Amphibien zu schonen“, meint Ricky Stankewitz. An der Kananoher Straße auf Höhe des Parkplatzes Hasenheide queren Amphibien die Straße auf ungefähr 500 Meter Länge in einer leichten S-Kurve. Diese Straße kann für den Durchgangsverkehr nicht gesperrt werden. Rücksichtslose Autofahrer gefährden hier die Helfer und Amphibien gleichermaßen. Die Straße ist im Wanderbereich durch Warnbaken verengt und die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt. „Diese Wanderzone ist am stärksten vom Durchgangsverkehr betroffen, wodurch hier die meisten Helfer benötigt werden“, erläutert der Naturschutzbeauftragte und weiter, „die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass durch die starken verkehrsbedingten Verluste der Bestand immer weiter geschrumpft ist. Sollten die Verluste derart stark anhalten, wird die lokale Population in diesem Gebiet zusammenbrechen.“ Ein weiterer Wanderbereich befindet sich im Weiherfeld an der Straße Ortleuth . Auch diese Straße ist für den normalen Durchgangsverkehr grundsätzlich gesperrt, was allerdings von einigen Uneinsichtigen missachtet wird. Aus diesem Grund wird die Straße hier während der Wanderzeiten mit Querbaken gesperrt, um das Durchfahren zu verhindern und somit das Leben der hier wandernden Amphibien zu retten. Dieser Bereich wird von den NABU-Aktiven Dagmar und Bernd Goebel betreut. Inzwischen gibt es eine neue Wanderzone im Bereich Evershorst. An der Evershorster Straße wurde im Jahr 2012 erstmalig ein Amphibienschutzzaun aufgebaut. Der Zaun wurde in diesem Jahr Anfang Februar aufgebaut und muss Ende April wieder abgebaut werden. Die Betreuung des Zaunes übernimmt der NABU Langenhagen mit freiwilligen Helfern. Dazu muss an bzw. nach kühlen und trockenen Nächten der Zaun Morgens bis 8.30 Uhr kontrolliert werden. Wenn es Nachts regnet und optimale Wanderbedingungen vorherrschen (Temperaturen größer 8°C), muss auch eine Kontrolle gegen 23.00 Uhr erfolgen. Bei der Kontrolle muss in jeden Eimer auf beiden Straßenseiten entlang des Zaunes gesehen und die darin befindlichen Tiere auf die jeweils gegenüberliegende Straßenseite gebracht werden. Der Zeitaufwand für eine Kontrolle liegt je nach Wanderbedingungen bei ca. 30 - 60 Minuten, zuzüglich An- und Abfahrt. Interessierte, die helfen möchten, melden sich bei Ricky Stankewitz, Telefon (0511) 27 08 20 19 oder Email ricky-stankewitz@web.de.
Eine weitere wichtige Möglichkeit zu helfen ist es, Mitmenschen auf die Notwendigkeit der Geschwindigkeitsbegrenzung hinzuweisen. Bei Geschwindigkeiten über 30 km/h entsteht ein so hoher Druck, dass den Amphibien beim Überfahren die Lunge aus dem Leib gepresst wird. Auch für die Helfer ist es gefährlich, wenn ein Auto mit überhöhter Geschwindigkeit vorbei fährt.