Nach der Schule gut betreut?

An der Grundschule Krähenwinkel gibt es wegen der Container nur noch einen halben Sportplatz. (Foto: G. Gosewisch)
 
Die Nutzung ist klar geregelt. (Foto: G. Gosewisch)

Haushaltsbudget für Hortplätze noch offen

Langenhagen (gg). Die heiße Phase beginnt: Eltern, die für ihre Kinder im Grundschulalter ab Sommer nachmittags Betreuung brauchen, sind auf Nachricht angewiesen, ob das klappt oder nicht, damit sie ihren Job entsprechend ausrichten. Doch insbesondere bei der Hortbetreuung in Krähenwinkel ist das noch völlig offen – das ECHO berichtete. Rund 30 Kinder sind auf der Warteliste für Hortplätze. Nach Elternprotesten gab es inzwischen ein Projektgruppentreffen „Kita-Räume Krähenwinkel“, bei dem Mitarbeiter des Jugendamtes, der Kita, Elternvertreter und Grundschullehrer gemeinsam nach Lösungen suchten. Vorschläge sollten entwickelt werden, die seitens des Rates politisch in der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Donnerstag, 18. Januar, 17.45 Uhr im Ratssaal, Marktplatz 1, diskutiert werden. Einkalkuliert wird die Fertigstellung der neuen Kita am Ernst-Hugo-Weg im Sommer. Dann gibt es Raum in der alten Kita, doch ob sie genutzt werden kann, ist offen, denn es gibt einen Sanierungsbedarf, und die Grundschule braucht Raumerweiterung. Und dann gibt es da noch den Sportplatz, auf dem schon Container stehen, die eigentlich schnellstmöglich wieder abgebaut werden sollten, weil die Grundschüler ein Recht auf Sport haben. Doch daraus wird wohl nichts. Klar ist nur, dass für Abriss, Teilabriss oder Sanierung der alten Kita Krähenwinkel im Haushaltsjahr 2018 Geld bereits vorgeplant ist.
Nach Auskunft der Stadtverwaltung waren sich alle Teilnehmer des Gruppentreffens „einig, dass es Zeit bedarf, um ein sinnvolles neues Gebäude- und Raumkonzept am Standort Schule zu entwickeln, und dass auf jeden Fall an dem Schul-Standort eine Hortbetreuung für die Ortschaft Krähenwinkel eingeplant werden sollte.“
Bis dahin soll es Übergangslösungen geben: „Bis Sommer 2019 sollen die aktuellen Kita-Räume erhalten bleiben und gemeinsam von der Grundschule und den Hortgruppen genutzt werden. Die Grundschule bekommt den Bereich der jetzigen zwei Hortgruppen inklusive PC-Raum, Küche und WCs, die räumlich direkt vom Schulgebäude zu erreichen und extra abschließbar sind. In den übrigen Räumen können drei Hortgruppen Platz finden. Zusammen mit dem schon jetzt bestehenden Hort im Container, gäbe es dann statt 60 insgesamt 80 Hortplätze für Krähenwinkel.“ Die Aufstellung der beiden zusätzlich eingeplanten Container würde dadurch obsolet und spare erhebliche Kosten.
Zum Hintergrund: Acht Grundschulen gibt es im Stadtgebiet und in den Ortschaften, unterschiedlich ist die Art der Betreuung am Nachmittag. Bereits in der Schulorganisation auf den Ganztagsbetrieb eingerichtet sind die Grundschule Engelbostel, der IGS Süd, die Grundschule Godshorn und die Adolf-Reichwein-Schule. Von vielen Eltern geschätzt wird jedoch auch die Nachmittagsbetreuung in den Horten, weil dort mehr Ferienzeiten abgedeckt werden. Doch jeder Hortplatz belastet die Stadtkasse, die Kosten schwanken in einem sehr weiten Feld je nach Art der Räume. Kann beispielsweise in einer Kita ein Raum für die Hortbetreuung umgewandelt werden, so fallen nur die Betriebskosten in Höhe von 225 Euro an. Wird dagegen neu gebaut oder werden neue Container aufgestellt, ist rechnerisch pro Platz eine vierstellige Summe anzusetzen. Da die Umwandlung der Grundschulen zu Ganztagsschulen mit Nachmittagsbetreuung stockt, entweder Raum oder Organisation fehlt, gibt es einen politisch gefassten Auftrag an die Stadtverwaltung, den Bedarf der Eltern zu bedienen und Hortplätze zu schaffen. Wie viele das sein werden, hängt dem politischen Beschluss zu der Begrenzung der Kosten ab. Dazu wird in der nächsten Ratssitzung am Montag, 22. Januar, um 18.30 Uhr im Ratssaal öffentlich diskutiert.