Natur-Fest am Turm

Für die Schüler aktiv: (Bildmitte) Werner und Regina Kirschning. (Foto: G. Gosewisch)

NVL zeigt naturkundliche Vielfalt des Stadtparks

Langenhagen (gg). Als Beitrag zu dem Jubiläumsjahr in Langenhagen organisierte die Naturkundliche Vereinigung in Langenhagen (NVL) mit Unterstützung des Imkervereins ein Natur-Fest am Wasserturm im Stadtpark und überraschte die Besucher mit vielfältigen Entdeckerstationen, Ausstellungen, Präsentationen und Mitmachaktionen. Zu Gast auf dem Gelände waren zudem Informationsstände des NABU, des BUND und das BioLab der IGS Mühlenberg. Dort konnten Neugierige beispielsweise Wasserproben untersuchen und das vielfältige Leben eines Tümpels mit Libellenlarven und Kaulquappen genauer unter die Lupe nehmen. In den Kellerräumlichkeiten wurden aus Bienenwachs Kerzen gedreht und Teelichter gegossen. Der Geologe Klaus Peter Burgath und NVL-Pressesprecher Thomas Kaba haben interessierten Zuschauern gezeigt, wie man Erzproben mit dem Lötrohr und der Spiritusflamme metallurgisch bestimmen kann und wie früher aus dem Raseneisenstein des Wiezetals vor Jahrtausenden Eisen verhüttet wurde. Weitere Höhepunkte waren die Kamera-Liveübertragung des Gläsernen Bienenvolkes, sowie exotische Schlangen, Vogelspinnen und Gottesanbeterinnen, mit denen die Besucher unter Leitung des Zoologen Johannes Leng auf Tuchfühlung gehen konnten. Eine Ausstellung über Mäuse und deren Beutegreifer rundeten das bunte Programm ab. NVL-Vorsitzender Hans-Jürgen Ratsch zeigte sich zufrieden mit dem Besucherandrang im Eichenpark. Auch Bürgermeister Friedhelm Fischer war beeindruckt, was die NVL in den letzten Jahren im einst baufälligen Wasserturm erreicht hat, um ihn langfristig in ein Naturinformationszentrum für alle Langenhagener Bürger umzugestalten. Ein Engagement, das der beeindruckenden Geschichte des Stadtparks gerecht wird, die auf das Jahr 1859 zurück geht, so die Recherche von Werner Kirschning aus dem Vorstand des NVL. Derzeit wurde das leer stehende damalige Amtsgebäude durch Anweisung aus der Stadt Hannover zu einem Kinderheim umfunktioniert, im Lauf der weiteren Jahre folgte der Aufbau des Heims für geistig Behinderte. Mit preußischer Sorgfalt wurde die Anlage samt Wasserturm geplant, eine unabhängige Selbstbewirtschaftung mit eigener Strom-, Wasser- und Abwasserversorgung, Fernwärmesystem, Werkstätten, einem Rundfriedhof und vielem mehr wurden aufgebaut. Kirschning hat viele Details zusammengetragen und zeigte den Besuchern die kulturwissenschaftliche Bedeutung auf. Relikte sind bis heute rund um den Wasserturm zu entdecken.