Naturschützer reinigen Nisthilfen

Zahlreiche Abendsegler fanden die Naturschützer in den Nistkästen im Stadtwald. Foto: R. Stankewitz

Zahl der Abendsegler deutlich gestiegen

Langenhagen. Wie in jedem Jahr kamen kürzlich ehrenamtlich Aktive der Naturkundlichen Vereinigung und des NABU Langenhagen zusammen, um die verschiedenen Nisthilfen in Stadtpark und Stadtwald zu reinigen.
„Im Nistmaterial sind häufig Parasiten wie Vogelflöhe und Milben zu finden“, erläutert Ricky Stankewitz, Vorsitzender des NABU Langenhagen. „Diese bereiten, wenn sie nicht aus den Kästen entfernt werden, den Vogeleltern während der nächsten Brut soviel Stress, dass sie teilweise die Brut aufgeben.“ Allerdings haben Kontrolle und Säuberung der Nistkästen nicht nur hygienische Hintergründe. „Die Nutzer der Kästen hinterlassen Spuren, die Rückschlüsse auf die Tierart zulassen. So können wir feststellen welche Arten in unseren Nisthilfen Quartier beziehen“, so Stankewitz weiter. Häufig beziehen Kohl- und Blaumeisen die Kästen, dicht gefolgt vom Kleiber, der sich durch die mit Lehm verengten Zugangslöcher verrät. Weitere „Mieter“ unter den Vögeln sind Grauschnäpper sowie Wald- bzw. Gartenbaumläufer.
Neben den Nisthilfen für Vögel wurden im Jahr 2008 auch einige Kästen speziell für Fledermäuse angebracht. Durch die jährlichen Kontrollen bei der Reinigung konnte ein stetiger Zuwachs bei den überwinternden Abendseglern, der größten in Langenhagen vorkommenden Fledermausart, festgestellt werden. „Waren es im Jahr 2009 nur etwas über 20 Tiere, wurden in diesem Jahr ungefähr 70 Tiere in verschiedenen Fledermauskästen im Stadtwald gefunden“, berichtete der NABU-Vorsitzende erfreut den helfenden Kindern der Rudi-Rotbein-Gruppe.
Als Ursache für den Zuwachs an Abendseglern, die in der Roten Liste der gefährdeten Säugetierarten in Niedersachsen in der Kategorie „stark gefährdet“ geführt werden, sieht der Naturschützer die reduzierte und schonende Pflege des Stadtwaldes. Seit einigen Jahren wird das Totholz nicht mehr abgefahren, davon profitieren viele Insektenarten. Von diesen wiederum profitieren insbesondere Spechte, die dann für ein reichhaltiges Höhlenangebot im naturnahen Stadtwald sorgen. Diese Höhlen werden, nachdem die Spechte sie verlassen haben, sehr häufig von Fledermäusen als Quartier zur Aufzucht der Jungen genutzt. „Dieser intakte ökologische Kreislauf ist ein Musterbeispiel dafür, dass Naturschutzmaßnahmen auch Geld einsparen können, denn Holz, das nicht abgefahren werden muss, verursacht auch keine Transport- und Personalkosten. Darüber hinaus wird durch die Stadt Langenhagen so auch ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität geleistet.“

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