Naturschutz nur mit Konflikten möglich

Mit Dank für seine Verdienste wurde Axel Priebs (Zweiter von rechts) verabschiedet. Renate Kolb (von links), Ludwig Uphues, Karl-Heinz Müller und Jochen Pardey übergaben im Namen der Resser Bürger kleine Präsente. (Foto: G. Gosewisch)

Umweltdezernent Axel Priebs sprach im Mooriz

Resse (gg). „Flächenankauf, Grabenverschluss und Stegbau - rund um Resse wird in diesem Jahr viel passieren“, so die Ankündigung von Axel Priebs, Umweltdezernent der Region, der auf Einladung des „Aktionskreises Hannoversche Moorgeest“ im Mooriz zu Gast war. Sein beruflicher Wechsel zur Universität Wien im April steht bevor, so gab es nun Gelegenheit Bilanz zu ziehen und aufzuzeigen, was das Umweltdezernat, dann unter der Leitung seiner Nachfolgerin Christine Karasch, zukünftig für den Naturschutz tun kann. „Wenn man nicht will, dass die Landschaft zersiedelt wird, muss man wissen, was man stattdessen will und dann muss man planen“, sagte Axel Priebs zur vermeintlich „spröden Materie“ des Umweltdezernats. Ständig gehe es um das Ausloten von Interessenkonflikten. Bei der Ausweisung von Natur- und Landschaftsschutzgebieten sei natürlich auf die Veränderungen in der Bevölkerungsentwicklung und auf wirtschaftliche Interessen zu reagieren. Von „inspirierenden Diskussionen“ sprach Axel Priebs beim Rückblick auf Konflikte beim Moorschutz, was zum Schmunzeln unter den Zuhörern führte, denn unter ihnen waren viele Befürworter, die sich an hitzigen Beschimpfungen seitens der Moorschutz-Gegner erinnern können. Ludwig Uphues, Sprecher des Aktionskreises, formulierte ebenfalls diplomatisch, sprach vom Durchhaltevermögen von Axel Priebs. Zudem sei der Bau und die Finanzierung des Mooriz seinem „politischen Mut“ zu verdanken. „Ich bin mit Überzeugung Umweltdezernent. Wir müssen den Menschen die Natur zugänglich machen“, sagte Axel Priebs und empfahl die Ausarbeitungen seiner Behörde zum Wasser, Boden- und Immissionsschutz, zur Beseitigung von Abfall und Altlasten, zur Steuerung des Windkraftausbaus und zum Erhalt von Landschaften, wie beispielsweise dem Brelinger Berg. Zudem gebe es, Dank des Umweltdezernats der Region, wertvolle Besonderheiten im Vergleich zu anderen Region, wie den Ausbau der Radwege. Axel Priebs empfahl: „Allein die Moor-Route von Isernhagen, über Resse, bis zum Steinhuder Meer sollte man mal kennenlernen. Sternförmig vom Maschsee aus gibt es Tausend Kilometer markierte Radwege, und der Regionsring bietet 280 Kilometer Radstrecke.“