Naturverjüngung mit Säge verwüstet

Reiner Scharte und Frank Wenske zeigen die verwüstete Fläche. (Foto: G. Gosewisch)

Dreister Baumfrevel auf dem Truppenübungsplatz

Langenhagen (gg). Die Zuständigen für Standortangelegenheiten müssen sich erneut mit Übergriffen beschäftigen: Erst vor zwei Wochen hatte die Bundeswehr die Eingangsbereiche des sogenannten Truppenübungsplatzes mit Schranken und Betonringen dichtgemacht, eine Konsequenz aus zu vielen Fällen von unbefugtem Betreten. Hundebesitzer, Motorradfahrer, Jogger oder Spaziergänger nutzten das Gelände trotz der Verbotshinweise. Während der Übungszeiten ist Betreten zwecks Gefahrenabwehr nicht erlaubt. Bei Ermahnungen reagieren viele Nutzer weiterhin frech, Fehlanzeige in Bezug auf Respekt vor dem Eigentum und den Befugnissen der Bundeswehr, die letztendlich dem Schutz und Wohl aller Bürger dient.
Nun gab es einen weiteren dreisten Fall. Im Lichtwinkel zu einem Eigenheim auf der Isernhagener Seite, Nahe der Straße Rabenhorst, sind rund 30 junge Laubbäume auf ein Meter Höhe abgesägt worden. Der zuständige Förster Reiner Scharte, Bundesforstbetrieb Niedersachsen, hat diesen nicht genehmigten Holzeinschlag, umgangssprachlich Holzfrevel, bei der Polizei zur Anzeige gebracht – eine Ordnungswidrigkeit nach Bundeswaldgesetz in der Niedersächsischen Fassung, für die nach seiner Aussage ein Bußgeld in Höhe von 25.000 Euro fällig werden kann. Die jungen Bäume stellten eine Naturverjüngung im Bestand der älteren Pappeln dar und waren Teil der nachhaltigen Forstwirtschaft, die für Bewuchs in unterschiedlichen Altersstufen sorgt - letztendlich auch für Schallschutz im Übungsbetrieb. „Gute nachbarschaftliche Beziehung ist keine Einbahnstraße“, sagt Stabsfeldwebel Frank Wenske, mit Erfahrung aus den Beschwerden der Anlieger, „die wollen es in den Gärten ihrer Eigenheime grün und ruhig haben. Ihre Gartenabfälle werfen sie einfach über den Zaun auf das Bundeswehrgelände. Ihre Denkweise reicht wohl nur bis zur Eigenheimgrenze.“
Wenske weist darauf hin, dass auf dem Gelände seitens der Bundeswehr, der Bundespolizei, des THW, der Feuerwehr und Weiterer geübt wird, um im Einsatzfall bundesweit das Allgemeinwohl der Bürger zu sichern. Dies sei zu respektieren. Er bittet um Zeugenhinweise auf Verstöße gegen die Platzordnung: Telefon (0511) 284 19 07.