Naturweide offiziell

Carsten Engelke und der Vorsitzende des NABU Langenhagen Ricky Stankewitz enthüllen die Schautafel mit Informationen zur Naturweide in Krähenwinkel. (Foto: K. Woidtke)

NABU-Projekt mit Unterstützung von Carsten Engelke

Krähenwinkel. Bereits seit einigen Jahren engagiert sich Carsten Engelke für den Naturschutz, pflanzte mit Schülern der Grundschule Krähenwinkel Bäume und Sträucher an den Rändern seiner Weiden. „Auch nach ein paar Jahren kommen die Kinder noch mit ihren Eltern auf Fahrradtouren hier vorbei und sagen: Den Baum habe ich gepflanzt,“ freute sich Engelke. Durch die Heckenstrukturen, die Carsten Engelke auf einer Breite von drei Metern rund um seine Weiden angelegt hat, haben sich Tiere wie Rebhühner, Rehwild, Feldhase und die Nachtigall in Koexistenz mit der Rabenkrähe wieder in diesem Bereich angesiedelt. Da genügend Deckungsmöglichkeiten vorhanden sind, können auch die am Boden brütenden Rebhühner gemeinsam mit den Krähen hier leben. Die dämmerungsaktiven Rebhühner lassen sich vor allem in den frühen Abendstunden auf den Weiden beobachten. Die Gebüsche halten auch das bei vielen Pferdebesitzern gefürchtete giftige Jakobskreuzkraut im Zaum. Während der Samen sich auf Weiden ohne Gehölze an den Rändern ungehindert verbreiten kann, werden sie hier regelrecht abgefangen.
Ein weiterer positiver Nebeneffekt der natürlichen Gestaltung der Weiden ist ein starker Rückgang von Stechfliegen, da ihre natürlichen Fressfeinde wieder einen Lebensraum gefunden haben. „Diese Form der Schädlingsbekämpfung kostet kein Geld und besticht durch seine Nachhaltigkeit. Mit wenig Aufwand lässt sich viel erreichen,“ betont der Naturschutzbeauftragte für die Region und NABU-Vorsitzende Ricky Stankewitz vor Ort. Am Wäldchen neben dem Trentelgraben hatte der NABU gemeinsam mit Carsten Engelke Nistkästen für verschiedene Vogelarten und Fledermäuse angebracht, die sich hier inzwischen wieder heimisch fühlen. Waldohreulen finden auf den Weiden genügend Futtertiere und haben sich in dem kleinen Waldstück ebenfalls wieder angesiedelt.
Mit dem Anlegen eines Kleingewässers sollen nun auch die Lebensräume von Libellen und Amphibien wie Laubfrosch und Kreuzkröte verbessert werden. Am Tümpel findet sich bereits der Wasserhahnenfuß. Sträucher wie Schlehe und Pfaffenhütchen wurden als Rückzugsort für den Laubfrosch an der nördlichen Uferseite gepflanzt. So ist die für ein Laichgewässer benötigte Besonnung und damit schnelle Erwärmung des Tümpels gewährleistet. „Diese Gewässer dienen den Amphibien als Laichgewässer und können im späten Sommer trocken fallen,“ erklärte Ricky Stankewitz. Auch an eine Sandfläche für Erdbienen am Ufer des Gewässers wurde gedacht. Mit einer Schautafel werden jetzt Spaziergänger über das Projekt „Naturweide“ informiert. Sie zeigt Tiere wie Frösche, Kröten und Molche, Libellen und Ringelnatter, die sich hier sicher bald wieder heimisch fühlen werden. Schon jetzt bietet sich in den frühen Morgenstunden in Krähenwinkels Feldmark ein traumhaftes Bild, wenn auf den Weidezäunen die Libellen, die in den bereits vorhandenen Tümpeln und Teichen ihren Lebensraum haben, wie auf einer Schnur aufgezogen im Morgentau sitzen.
Finanziert wurde das Projekt von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, durch private Spenden und durch eigene Mittel des NABU Langenhagen.