Neue Hausnummern im Eichenpark

Zahlreiche Helferinnen und Helfer unterstützten die NVL und den NABU Langenhagen bei der Reinigung der Nistkästen. (Foto: K. Woidtke)

NVL und NABU organisierten Nistkästenreinigung

Langenhagen Die Naturkundliche Vereinigung Langenhagen (NVL) und der Naturschutzbund (NABU) Langenhagen hatten zur Nistkästenreinigung im Eichenpark und Stadtwald eingeladen und freuten sich über viele Helfer, die mit Leitern, Drahtbürste und Spachtel loszogen, um die Kästen von altem Nistmaterial zu befreien. Unterstützung bekamen die Erwachsenen von Mitgliedern der NAJU Langenhagen, die in Schrift und Bild dokumentierten, welche Nistkästen in diesem Jahr von welchen Vögeln bewohnt wurden.
Einige Nistkästen mussten neu beschriftet werden, denn jeder Kasten im Park hat seine eigene Hausnummer. Mit Farbe und Pinsel wurden diese aufgetragen, so dass die Naturschützer bei der nächsten Reinigung schon von Weitem die Kästen sehen und zuordnen können. Neben Meisenkästen sind im Eichenpark und Stadtwald auch Nistkästen für Halbhöhlenbrüter wie Grauschnäpper und Hausrotschwanz sowie Kästen für Kleiber und Baumläufer angebracht. Gut zu erkennen sind die Kästen der Baumläufer. Sie haben einen seitlichen Eingang, durch den der Baumläufer direkt vom Stamm in die Bruthöhle gelangen kann. Doch auch andere Vögel nutzen diese Kästen. "Die blauen Federn stammen eindeutig von einer Blaumeise." erklärte der Vorsitzende des NABU Langenhagen Ricky Stankewitz. "Es könnte auch ein Ara sein." wurde ihm zwinkernd von den Helfern geantwortet.
Andere Nistkästen sind von Waldmäusen bewohnt und auch Fledermäuse haben in einigen Kästen ihr Winterquartier eingerichtet. Diese Kästen werden erst bei der nächsten Nistkästenaktion im Frühjahr gereinigt, um die Tiere in ihrer Winterruhe nicht zu stören. Auffallend viel Nistmaterial entfernten die Freiwilligen aus den Kästen, in denen Kleiber ihre Brut aufgezogen hatten. Die Kleiber bauen in ihren Nistkästen kein Nest im eigentlichen Sinn, sondern sammeln Rindenstückchen von Nadelbäumen zusammen und häufen sie im Kasten auf. Die Eier werden anschließend in einer Mulde in diesen Rindenstückchen abgelegt. "Was ist denn hier alles drin?" wunderte sich Tim über die große Menge an Nistmaterial. Er unterstützte die Helferinnen und Helfer zum ersten Mal und war mit professioneller Kletterausrüstung ausgestattet. So konnte Tim auch höher gelegene Nistkästen gefahrlos erreichen. Mit dieser Ausrüstung beeindruckte er nicht nur die Mitglieder der NAJU Langenhagen, die bei der Aktion auch eine Menge über die jeweiligen Bewohner der Nistkästen lernten. "Wenn wir die Nistkästen nicht sauber machen, können sich Milben und Flöhe darin vermehren und im nächsten Jahr die Jungtiere und ihre Eltern schwächen." erklärte NAJU-Mitglied Annika zum Abschluss, ehe der Nachmittag im Wasserturm bei Kaffee und Kuchen gemütlich ausklang.