Neue Unterkunft für Asylbewerber

Langenhagen (gg). In einer Sondersitzung hat sich der Rat mit dem Thema „Unterkünfte für Asylbewerber“ beschäftigt. Die Verwaltung schlägt den Erwerb eines Gewerbeobjekts an der Hans-Böckler-Straße 10 vor, ein großer Teil der anfallenden Kosten soll von der Region gedeckt werden, und nach der Nutzungsdauer von fünf Jahren wird wieder verkauft. Rund 20 Personen könnten dort Platz haben. Die vom Bund vorgegebene Aufnahmequote für das Jahr 2015 liege bei 246 Personen. Zustimmung gab es seitens aller Fraktionen im Rat. Der Bedarf und die Wirtschaftlichkeit seien gegeben. CDU-Ratsherr Horst-Dieter Soltau nahm an der Beratung nicht teil, er ist als Makler involviert. Ob die Kaufabwicklung gelingt, bleibt abzuwarten. Eine späte Absage gab es im vergangenen Dezember nach den Vorverhandlungen für ein Objekt an der Klusriede.
SPD-Ratsherr Marc Köhler sagte: „Wir haben keine Wahl, sondern die humane und soziale Verpflichtung, menschenwürdigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen.“ Unterstützung auch von Grünen-Ratsherr Dirk Musfeldt: „Der Standort ist vertretbar, wenn auch nicht optimal. Wünschenswert wäre eine Unterbringung in normalen Wohnungen, dies ist aber nicht möglich.“ Die Europahaus-Siedlung in Langenforth solle Beispiel für weitere Unterkünfte sein, die zu bauen sein werden. Eine spätere Umwandlung in günstigen Wohnraum sei nach der Nutzung als Asylunterkunft möglich. Dem schloss sich CDU-Ratsherr Bernhard Döhner an: „Bezahlbarer Wohnungsbau wird später gebraucht.“ Die BBL-Fraktion sprach sich für die Beschaffung von weiterem Wohnraum aus. Werner Knabe regte an, die Immobilie an der Kastanienallee/Feldstraße entsprechend zu überprüfen. Jens Mommsen kritisierte, dass die Stadtverwaltung ständig mit dem Aspekt Zeitdruck argumentiere. Stattdessen solle rechtzeitig vorgesorgt werden. Keine überzogene, aber eine vernünftige Willkommenskultur möchte Bernhard Döhner für Langenhagen realisieren. Ratsherr Wilhelm Behrens bot an, einen entsprechenden Verein zu gründen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich bei ihm melden: Telefon (0511) 57 97 44 oder 0171 57 45 909 sowie E-Mail wobehrens@freenet.de.