Neuer Hubschrauber in Betrieb

DRF-Vorstandsvorsitzende Krystian Pracz (von links), Innenminister Boris Pistorius und MHH-Präsidiumsmitglied Benno Ure bei der Inbetriebnahme des DRF-Hubschraubers am Flughafen. (Foto: G. Gosewisch)

Innenminister Boris Pistorius dankt DRF-Luftrettung

Langenhagen (gg). „Viele Menschen verdanken Ihrem Einsatz ihr Leben“, so die anerkennenden Worte von Innenminister Boris Pistorius an das Luftrettungsteam, das anlässlich der Inbetriebnahme des neuen DRF-Hubschraubers „Christoph Niedersachsen“ zu einer kleinen Feierstunde im Maritim Airport Hotel zusammenkam. Auch die stellvertretende Regionspräsidentin Petra Rudszuck und der CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Fredermann nahmen teil. Im Namen der Landesregierung sprach Boris Pistorius dem Luftrettungsteam seinen Dank für die geleistete Arbeit aus. Er hält es für selbstverständlich, dass moderne Technik gebraucht wird, wenn es um die Notfall-Rettung geht. Nicht abbrechen, sondern eher zunehmen werde der Bedarf, so seine Vermutung mit Blick auf den Ärztemangel im ländlichen Raum. Eine weitere Funktion des DRF-Hubschraubers, die intensivmedizinischen Transporte, also die Verlegung von Patienten an die MHH, betonte Benno Ure, Mitglied des MHH-Präsidiums und Leiter der Kinderchirurgie. Er sprach aus Erfahrung. Als Chirurg gehörte selbst jahrelang zum Team der Luftrettung. Die verbesserte intensivmedizinische Ausstattung des neuen Hubschraubers erweitere die Funktion erheblich.
Dass der Flottenwechsel bei der DRF kontinuierlich durchgeführt wird, betonte der DRF-Vorstandsvorsitzende Krystian Pracz. Im Vergleich zur bisherigen Einsatzmaschine habe der neue Hubschrauber mit 700 Kilometern eine größere Reichweite. Die Einsatzgeschwindigkeit dieses neuen Airbus-Helicopters beträgt 262 Kilometer pro Stunde, die maximale Flughöhe liegt bei 5.475 Metern, das Abfluggewicht ist auf 3.700 Kilo begrenzt. Deutlich verbessert zum Vorgänger habe sich die sogenannte Avionik – also die Gesamtheit der elektrischen und elektronischen Geräte an Bord. Der Pilot erhält mehr technische Unterstützung, kann so, neben der Konzentration auf die Flugmanöver besser das Notfallszenario im Blick behalten. Zum Team der DRF-Luftrettung gehören zehn Piloten, 26 Notärzte der MHH und elf DRF-Notfallsanitäter. Stationsleiter ist der Pilot Andreas Schwind, leitender Arzt ist Michael Möller und leitender Notfallsanitäter ist Jörg Reese.
Knapp zehn Millionen Euro hat der neue Hubschrauber gekostet. Auf Nachfrage erklärt Uwe Lühmann, Ministerialrat Rettungswesen im Innenministerin, Es gibt von Land Niedersachsen keine direkten Fördermittel für die DRF, sondern eine Vermittlung mit den Kostenträgern, den Krankenkassen, für die Festlegung von Budgets. Die Abrechnung von Luftrettungseinsätzen erfolgt über die Krankenkassen anhand der geleisteten Flugminuten. 21,4 Millionen Euro kostete die Flugrettung pro Jahr bezogen auf alle Rettungshubschrauber, die in Niedersachsen stationiert sind: zwei im Raum Hannover-Langenhagen, zudem je ein Hubschrauber in Sande, in Uelzen, in Wolfenbüttel und in Göttingen. Im Jahr 2017 gab es 787 Einsätze der DRF-Luftrettung am Standort Langenhagen. Zur Relation: 505 Millionen Euro kostete der Rettungsdienst allgemein in ganz Niedersachsen.