Neues aus dem Theatersaal

Der frühere Regiebereich (links) und der alte Rang (rechts) im Theatersaal werden baulich miteinander verbunden. (Foto: D. Lange)

Eine Gleichung mit mehreren Unbekannten

Langenhagen (dl). Kabarett und Theater machen zur Zeit Pause, stattdessen haben für ein Jahr die Handwerker die Programmgestaltung im Theatersaal übernommen. Es ist leer im Saal, die Stühle sind schon längst raus, auf dem Boden liegen Kabel herum und sowohl die Empore als auch der Seitenbalkon präsentieren sich weitgehend entkernt und warten auf ihre Vereinigung. Mit dem Wegfall des ehemaligen Regieraums auf der Empore stehen nach deren Verbindung mit dem Seitenbalkon demnächst 135 Sitzplätze auf dem oberen Rang zur Verfügung. Dank eines zuvor erstellten Schadstoffgutachtens ist nach Aussage des Architekten auch nicht mit unliebsamen Überraschungen in Form einer Asbestbelastung des Gebäudes zu rechnen. Die Lüftungsanlage wird komplett erneuert. Sie erhält entsprechend den aktuellen Brandschutzauflagen spezielle Absperrvorrichtungen, die das Ausbreiten eines Brandes über die Lüftung verhindern sollen. Eine Klimaanlage wird es aus Kostengründen aber nicht geben, stattdessen sind die Planer zuversichtlich, das Raumklima allein durch die moderne Lüftungsanlage dank effizient arbeitender Technik wesentlich verbessern zu können. Auf die gleichfalls dringend notwendige Erneuerung der Bühnentechnik entfällt ansonsten der größte Posten in der zugrunde liegenden Kostenschätzung. Die Technik ist veraltet und würde bei der nächsten TÜV-Untersuchung auch nicht mehr zugelassen. Über dem Bühnenboden selbst schwebt zur Zeit allerdings noch ein großes Fragzeichen. Hier könnte sich möglicherweise die geforderte Kostendeckelung auf insgesamt 1,9 Millionen Euro nachteilig bemerkbar machen. Notfalls müssen sich die Bretter, die die Welt bedeuten, halt mit einer kosmetischen Aufarbeitung zufrieden geben. Inwieweit sowohl der Kostenrahmen als auch der sowieso schon ambitionierte Zeitplan eingehalten werden kann, erscheint zur Zeit fraglich, denn SPD und Grüne haben die Verwaltung mit der Prüfung des finanziellen Aufwands für zusätzliche Baumaßnahmen beauftragt, die einen barrierefreien Zugang zum Theatersaal betreffen. Im Zuge der Sanierung sollen unter anderem die Außenrampe wie auch die beiden Sanitärräume, einschließlich der Beleuchtung, an die Bedürfnisse von Sehbehinderten angepasst werden. Ergänzt durch weitere, visuelle Orientierungshilfen im Saal, den Nebenräumen als auch im unmittelbaren Umfeld des Gebäudes. Der Stadtplanugs- und Umweltausschuss wird sich in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 5. November, um 17.45 Uhr im Rathaus, Marktplatz 1, erstmals mit diesem Thema befassen. Aus sicherheits- und brandschutztechnischen Gründen hinsichtlich der Fluchtwegsituation ist vorgesehen, die neue Bestuhlung im Saal in drei Blöcken anzuordnen. Mit zwei schmalen Blöcken links und rechts und einem großen in der Mitte, jeweils unterbrochen mit einem Gang als Fluchtweg. Somit werden im Parkett künftig 450 Sitzplätze und sechs Rollstuhlstellplätze zur Verfügung stehen. Macht zusammen mit den 135 Plätzen auf dem Balkon Platz für insgesamt 591 Besucher. Selbstverständlich werden die Teppichböden sowohl im Saal als auch im Foyer ebenfalls erneuert. Die Entscheidung der Politiker im Rat, den Theatersaal umfassend zu sanieren und an die aktuellen Sicherheitsvorschriften anzupassen, trotz der sehr beengten Feuerwehrzufahrt, zeugt zumindest von kulturpolitischem Weitblick. Die Stadt bekräftigt damit ihren Willen, auch weiterhin ein hochklassiges kulturelles Programm anbieten zu können, dessen Bedeutung weit über die Grenzen von Langenhagen hinausreicht. Der Theatersaal ist nicht nur der größte öffentlich zur Verfügung stehende Saal, sondern die Voraussetzungen für eine Versammlungsstätte sind dort so günstig wie sonst nirgends in Langenhagen. Insofern ist die Sanierung des Theatersaals, an dieser Stelle sei einmal ausnahmsweise das Wort der Kanzlerin erlaubt, gewissermaßen alternativlos.