Neues Vorstandstrio beim Blasorchester

Sie führen jetzt das Blasorchester der Stadt Langenhagen (von links): Gero Kretschmer, Thorsten Seibert, Kai Phillips und Kristina Leibner. Foto: K.Raap

Nach monatelangen Querelen soll jetzt ein Neustart erfolgen

Langenhagen (kr). Das Blasorchester der Stadt Langenhagen, das in diesem Jahr 55 Jahre besteht, hat eine neue Führungsspitze gewählt. Neuer Geschäftsführer wurde Thorsten Seibert. Das Amt des Rechnungsführers übernahm Gero Kretschmer, für die Öffentlichkeitsarbeit zeichnet Kristina Leibner verantwortlich. Musikalischer Leiter ist nach wie vor Kai Philipps. Der neue Vorstand kündigte umfassende Kooperationen mit anderen kulturellen Langenhagener Institutionen an. Geplant sind unter anderem weitere gemeinsame Konzerte mit dem Young Spirit Orchestra, das Thorsten Seibert als Dirigent 2008 mitgründete, und dem Bläserkorps Godshorn. Angedacht sind auch musikalische Kontakte mit dem Bläserkorps Kaltenweide, das kürzlich seinen 60. Geburtstag feierte. Fortgesetzt wird auch die Zusammenarbeit mit dem Bundespolizeiorchester Hannover beim alljährlichen Großkonzert der AWO. Intensiviert werden soll auch die Zusammenarbeit mit der Musikschule Langenhagen. Gespräche aufgenommen wurden auch mit dem Blasorchester-Mitbegründer und jahrzehntelangen musikalischen Leiter Ernst Müller. Neuland betreten hat das Orchester kürzlich auch mit einer werbewirksamen öffentlichen Probe, die unter anderem auch Bürgermeister Friedhelm Fischer mit großem Interesse verfolgte. Die Resultate der mehrwöchigen intensiven Arbeit können die Langenhagener beim Stadtteilkonzert am Dienstag, 26. Februar, begutachten, das ab 19 Uhr erstmals im Dorfgemeinschaftshaus Krähenwinkel beginnt. Ab 18 Uhr serviert DGH-Chef Horst Waldfried einen Imbiss, dessen Verkaufserlös drei Jugendorganisationen zugute kommt.
"Wir wollen aus der vielfältigen Kulturlandschaft der Stadt Langenhagen und der gesamten Region mittelfristig neue interessante Projekte entwickeln und realisieren", betonte Thorsten Seibert in einem Gespräch mit dem Langenhagener ECHO. Mit der kompletten Erneuerung des Vorstands seien jetzt die Weichen gestellt für eine Art Neustart der traditionsreichen Formation. "Die Querelen innerhalb des Orchester in den letzten Monaten", so der Geschäftsführer "waren doch eine nicht unerhebliche Belastung für alle." Letztlich hatte das zu einem Austritt des jahrzehntelangen Geschäftsführers und Rechnungsführers Volker Lindner geführt. Ebenso kehrten der bisher für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Ralf-Michael Bellmann sowie eine Reihe weiterer Musiker dem Orchester den Rücken, unter ihnen auch Claus Broecker, der in denvergangenen zehn Jahren die Heiligabendkonzerte für das Langenhagener ECHO leitete. Vorausgegangen waren monatelange Debatten des Vorstands mit dem musikalischen Leiter Kai Philipps. "Dabei ging es keineswegs um das Repertoire", betonte Volker Lindner gegenüber dem ECHO, "sondern um die grundsätzliche Führung und Fortentwicklung des Orchesters. Wir hätten mit gezielterer Arbeit deutlich mehr erreichen können." Die Stimmung im Orchester habe sich im vergangenen Jahr zusehends verschlechtert, viele Musiker hätten ihre Unlust an einem weiteren Mitwirken angedeutet. Eine Zusammenarbeit zwischen Vorstand und musikalischer Leitung sei letztlich nicht mehr möglich gewesen, nachdem auch der Einsatz von Manfred Kremsier als Mediator sehr schnell gescheitert gewesen sei. Bei der Kampfabstimmung im Oktober 2012 sprach sich dann die Mehrheit der Mitglieder für Kai Philipps aus. "Der Austritt aus dem Orchester", so Volker Lindner, "ist mir sehr schwer gefallen, aber er musste sein." Lindner gehörte dem Orchester als Trompeter und Flügelhornist rund 40 Jahre an. Drei Jahrzehnte engagierte er sich als Geschäftsführer und als Rechnungsführer.
Die Version des Blasorchesters zu den Querelen ist allerdings eine ganz andere: "Die Probleme bestanden vielmehr in nicht zielführender Arbeit des Geschäfts- und Rechnungsführers, in der Nicht-Wahrnehmung der Aufgaben des PR-Managers sowie in einer grundsätzlich gegenläufigen Vorstellung über die weitere Entwicklung des Orchesters in der Zukunft", sagt PR-Managerin Kristina Leibner.