Neujahrsempfang im MILA

Beim Neujahrsempfang im MILA an der Schützenstraße trafen sich Ehrenamtliche und städtische Mitarbeiter zum Gespräch. (Foto: G. Gosewisch)

Viele Flüchtlinge brechen Deutsch-Kurse ab

Langenhagen (gg). „Ich bin begeistert, wie viele Menschen in Langenhagen sozial tätig sind, ehrenamtlich, auch ohne Vereinsbindung“, so die Begrüßung von Heidi von der Ah, Leiterin der städtischen Abteilung „Jugend, Familie, Soziales“, beim Neujahrsempfang im Anlaufpunkt MILA (Abkürzung für „Menschen in Langenhagen“), ein Laden an der Schützenstraße. Diese Einrichtung habe sich bewährt, sei leicht zu erreichen, ohne die Hürde, die eine Behörde vielleicht ausstrahlt. Heidi von der Ah ergänzt: „Ich bin gerührt, wenn ich in den Laden komme und die vielen unterschiedlichen Menschen sehe, die hier zu tun haben.“ Doris Lange, Leiterin des Sozialberatungsdienstes, bestätigt: „Über Willkommenskultur wird hier nicht gesprochen, sie wird hier umgesetzt. Die Zugewiesenen erhalten hier im MILA Auskunft und Hilfe. Es läuft toll.“ Ernüchterung hat sich derweil bei den ehrenamtlichen Helfern eingestellt, die den Flüchtlingen in kleinen Gruppen Deutsch vermittelt haben. Mehrere Hundert Flüchtlinge und Asylsuchende leben in Langenhagen, rund 20 Deutschkurse wurden organisiert. Anfangs hatte jeder Kursus rund ein Dutzend Teilnehmer, die aber schon nach wenigen Wochen fernblieben. Viele Kurse haben nur noch einen oder zwei Teilnehmer. Doris Lange erklärt: „Es ist zu beachten, dass die Deutsch-Vermittlung keine städtische Aufgabe, aber städtisches Selbstverständnis in Bezug auf Integration ist. Die Gründe für das Abbrechen eines Deutschkurses sind unter den Flüchtlingen vielfältig. Deutsch ist schlicht eine schwere Sprache. Wenn klar wird, dass die Bleibe-Option gering ist, sinkt die Motivation. Unser Reindenken in die fremde Kultur gelingt nicht immer.“
Der Anspruch des städtischen Sozialdienstes sei, auf absehbare Veränderungen gerüstet zu sein. Angesichtes der stark steigenden Flüchtlingszuweisung gerate dieser jedoch unter Druck. „Das Konzept der dezentralen Flüchtlingsunterbringung können wir nicht mehr garantieren“, erklärt Doris Lange. Weiterhin gelte der Aufruf an Vermieter, Unterkünfte anzubieten. Zu den bedauerlichen Erfahrungen bisher gehöre, dass viele Vermieter überhöhte Preisvorstellungen für den angebotenen Wohnraum haben.
Bürgermeister Mirko Heuer betonte in seinem Grußwort die Mitarbeiterleistung: Es ist viel Arbeit, die nach Außen kaum sichtbar wird – auch ein Indiz, dass es funktioniert.“