Neun Gruppierungen im neuen „bunten“ Rat

Die SPD bleibt stärkste Kraft in Langenhagen. (Foto: G. Gosewisch)
 
Ihre Zeit in der Regierungsverantwortung ist wohl abgelaufen: die Langenhagener Grünen. (Foto: G. Gosewisch)
 
Die beiden christdemokratischen Urgesteine Gabriele Spier und Reinhard Grabowsky sind auch in der nächsten Legislaturperiode dabei. (Foto: O. Krebs)

Große Parteien SPD und CDU verlieren/Zeit von Rot-Grün ist passé

Langenhagen (ok). Es wird richtig "bunt" im nächsten Rat der Stadt Langenhagen und Rot-Grün scheint Geschichte zu sein. Das vorläufige Ergebnis der Kommunalwahl in Langenhagen spiegelt den Bundes- und Landestrend der vergangenen Monate wider. Oder wie ist es sonst zu erklären, dass die AfD aus dem Stand fünf Sitze holt, obwohl die Kandidaten im Stadtbild wenig präsent waren? Die beiden großen Parteien verloren drei beziehungsweise zwei Sitze, kommen jetzt auf 14 Mandate (SPD) und zwölf Mandate (CDU). Das würde zusammen rechnerisch für eine Mehrheit reichen, für die 22 Sitze notwendig sind. Neun Gruppierungen – alle, die angetreten sind – gehören dem Rat der Stadt Langenhagen für die nächste Legislaturperiode bis 2021 an; wechselnde Mehrheiten sind durchaus möglich. Im Einzelnen mit den neuen Mandatsträgern: SPD (14): Elke Zach, Anja Sander, Wolfgang Kuschel, Irina Brunotte, Frank Stuckmann, Marco Brunotte, Matthias Gleichmann, Sven Seidel, Wolfgang Langrehr, Marc Köhler, Dagmar Janik, Willi Minne, Gudrun Mennecke und Friedhelm Grote; CDU (12): Andreas Friedrich, Claudia Hopfe, Renate Friedrich-Werner, Bernhard Döhner, Horst-Dieter Soltau, Alona Friedrich, Reinhard Grabowsky, Gabriele Spier, Jessica Golatka, Bettina Auras, Dietmar Grundey und Ute Biehlmann-Sprung; Grüne (4): Maren Rietschel, Ulrike Jagau, Dirk Musfeldt, und Heinrich Kohne; die Linke : Felicitas Weck; FDP: Joachim Balk; AfD Niedersachsen (5): Sven Rainer Hoffmann, Achim Hinz, Marc-Alexander Hinz, Peter Gaschko und Herbert Klever; BBL (3): Jens Mommsen, Domenic Veltrup und Timo Schubert; die Unabhängigen: Wilhelm Behrens und WG AfL: Andreas Eilers.
Willi Minne, der als Ortsbürgermeister in Godshorn nicht mehr angetreten war, erzielte damit das beste Ergebnis aller Kandidaten, was die Einzelstimmen angeht. Wolfgang Kuschel, der nach einer Auszeit wieder in den Rat der Stadt einzieht, schaffte sein Direktmandat quasi aus dem Stand ohne Wahlkampf. Der frühere Gesamtschuldirektor war nach seiner Pensionierung im Frühjahr viel unterwegs, ist erst vor Kurzem nach Langenhagen zurückgekommen. Ganz neu dabei für die Sozialdemokraten: Sven Seidel. Und auch das Ehepaar Irina und Marco Brunotte macht wieder gemeinsam Politik im Ratssaal
Familiär geht es auch bei der CDU-Fraktion zu – dreimal Friedrich heißt es in den nächsten fünf Jahren: Andreas Friedrich, zuletzt Abgeordneter in der Regionsversammlung, sitzt mit Ehefrau Alona und seiner geschiedenen Frau Renate Friedrich-Werner in einer Fraktion. Ansonsten sind viele alte Bekannte wie etwa Gabriele Spier, Reinhard Grabowsky und Dietmar Grundey wieder im Stadtparlament und dazu die beiden Newcomer Jessica Golatka und Bettina Auras. CDU-Ratsfrau Claudia Hopfe vertritt Langenhagen in der Regionsversammlung genauso wie Elke Zach (SPD). Auch Joachim Balk saß für die FDP schon einmal im Rat der Stadt Langenhagen genauso wie Wilhelm Behrens (Unabhängige), der es wieder geschafft hat. Die Grünen sind nach Aussage ihres Stadtverbandsvorsitzenden Rolf Linnhoff froh, dass sie ein zweistelliges Ergebnis geschafft haben, hatten nach dem bundesweiten und landesweiten Trend mit einem schlechteren Ergebnis gerechnet. 2011 sei wegen Fukushima ein Ausnahmejahr gewesen.
Gleichwohl die SPD stärkste Kraft in der Flughafenstadt bleibt, musste sie doch Verluste hinnehmen. Mit wem sie weiter regieren wird, soll sich in Gesprächen herausstellen, die Ende der Woche beginnen. Auf jeden Fall wird es ein neues Regierungsbündnis sein. Die Wahlbeteiligung war mit knapp über 50 Prozent um einige Prozentpunkte besser als noch vor fünf Jahren, teilweise mussten die Wählerinnen und Wähler anstehen, um ihre Kreuze setzen zu dürfen. Und Stimmen durften auch für die fünf Ortsräte abgegeben werden, bei zweien ging es besonders dramatisch zu und der neue Ortsbürgermeister scheint dort noch nicht festzustehen: In Engelbostel verliert die SPD (37,2 Prozent) hauchdünn gegen die CDU (37,4 Prozent); die Unabhängigen Wähler Engelbostel (UWE) schaffen 20,2 Prozent und sind das Zünglein an der Waage, wenn es um die Wahl der neuen Ortsbürgermeisterin zwischen Amtsinhaberin Gudrun Mennecke (SPD) und Bettina Auras (CDU) geht. Die Mandatsträger: Gudrun Mennecke, Wilhelm Eike, Daniel Köster (alle SPD); Bettina Auras, Eric Mürau-Balke, Hendrik Christian Brandes (alle CDU); Karin Eggers (Grüne) und Matthias Schreiber und Matthias Jürgens (beide UWE):
In Godshorn kommt es nach einem Patt bei den beiden großen Parteien bei der Wahl zwischen Tim Julian Wook (SPD) und Ute Biehlmann-Sprung wohl auf die BBL an, die mit zwei Vertretern ins Ortsparlament einzieht. Und auch die Grünen mit einem Repräsentanten könnten eine Rolle spielen. Im Einzelnen: Tim Julian Wook, Ulrich Weyel, Sven Maurer und Oliver Tuntke (alle SPD); Ute Biehlmann-Sprung, Ulrich Müller, Ralf Mahlberg, Lothar Pätz (alle CDU); Habibollah Eslami-Mirabadi (Grüne); Bernd Lachmann, Bernd Juhrig (BBL). In Kaltenweide ist jetzt die BBL mit 17,5 Prozent die drittstärkste Kraft hinter SPD (32,7 Prozent) und CDU (27,9 Prozent). Die Grünen kommen lediglich auf elf Prozent, ganz dicht gefolgt von der WG-AfL (10.9 Prozent). Rot-Grün hat damit nicht mehr die Mehrheit im Ortsrat; Wolfgang Langrehrs Wiederwahl als Ortsbürgermeister ist nicht sicher. Auch Reinhard Grabowsky wirft den Hut für die CDU in den Ring. Beide müssen aber Gespräche mit den anderen Gruppierungen führen. Langrehr bekommt in den nächsten fünf Jahren aber auf jeden Fall familiären Beistand von seiner Tochter Louisa. Die einzelnen Mandatsträger: Wolfgang Langrehr, Louisa Langrehr, Dagmar Janik und Alfredo Puls (alle SPD); Reinhard Grabowsky, Ulrike Tarras-Stoellger und Marc Dennis Münkel (CDU); Jens Mommsen und Domenic Veltrup (beide BBL) und Andreas Eilers (WG AfL).
Klare Verhältnisse in Krähenwinkel: Andreas Hartfiel (CDU) wird wohl Ortsbürgermeister bleiben. Die CDU holt 47,3 Prozent der Stimmen; die SPD 35,5 Prozent, die Grünen 11,7 Prozent und die FDP 5,5 Prozent. Damit ist Krähenwinkel das einzige Ortsparlament, in das ein Liberaler einzieht. Die gewählten Volksvertreter im Einzelnen: Andreas Hartfiel, Horst Waldfried, Ralf Seeßelberg und Steffen Hunger (alle CDU); Marc Köhler, Susanne Wöbbekind und Hannes Milatz (alle SPD); Marion Kellner (Grüne) und Rainer Lütgens (FDP). Ganz übersichtlich ist es in Schulenburg, wo die CDU mit 56,5 Prozent die absolute Mehrheit holt; die SPD auf 43,5 Prozent kommt. Dietmar Grundey bleibt damit Ortsbürgermeister. Wer zieht in den Schulenburger Ortsrat ein? Dietmar Grundey, Lutz Döpke, Thorsten Möller und Hella Dosdall für die CDU; Friedhelm Grote, Klaus Gerson und Fadil Duran für die SPD.