Neustart für den Abenteuerspielplatz

Verwaltungsmitarbeiter und Vereinsmitglieder tauschten sich am Standort über das Konzept und das weitere Vorgehen ausFoto: O. Krebs

Verein "Abenteuerland" sucht noch kleine und große Mitstreiter

Langenhagen (ok). Viele Langenhagenerinnen und Langenhagener, die heute zwischen 40 und 50 Jahre alt sind, können sich gut an ihn erinnern und haben so manche freie Minute auf dem fast 7.000 Quadratmeter großen Gelände am Silbersee verbracht. Der Abenteuerspielplatz, den damals das Ehepaar Ruth und Klaus Busse im Großen und Ganzen gebaut haben, wird im nächsten Sommer wieder zum Leben erweckt; Träger ist der Verein Abenteuerland-Langenhagen. Vorsitzender von Abenteuerland ist Wilhelm Behrens. Er erläutert das Konzept: "Auf dem ersten Drittel dieser Fläche ist ein Hüttenbauplatz mit Feuerstelle vorgesehen. Die restliche Fläche soll nach und nach im Rahmen einer Bachelor-Arbeit weiter entwickelt werden. Berücksichtigt werden sollen Baugruppen wie eine Teichanlage, gepflasterte Flächen, Hügellandschaft, Kriechtunnel und Klettergarten. Geplant sind langfristig auch feste Aufenthaltsflächen mit Jugendtreff-Charakter." Was den Verantwortlichen - Vorsitzender ist der CDU-Fraktionsvorsitzende Mirko Heuer - noch etwas im Magen liegt, ist die Frage der Finanzierung. Im Gegensatz zu anderen Kommunen greife die Stadt Langenhagen dem Trägerverein nicht unter die Arme, überlasse "Abenteuerland" das Gelände allerdings kostenlos. Der Verein ist also auf Spenden und Sponsoren angewiesen. Teil des Konzeptes ist, dass die Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren zwar sich selbst überlassen, aber eben nicht allein gelassen werden. An vier Tagen in der Woche soll es eine Betreuung zwischen 13.30 und 18 Uhr geben. Personell wird langfristig von zwei pädagogischen Kräften mit einer Stundenzahl von jeweils 30 Stunden ausgegangen. Behrens: "Zunächst einmal können wir uns aber keine hauptamtlichen Kräfte leisten, daher laufen am Anfang Einzelprojekte mit Ehrenamtlichen." Dabei schweben ihm Themen wie Stockbrot, Theater oder auch Bimsstein vor.
Bei einer Ortsbesichtigung mit Vertretern der Stadt Langenhagen ging es auch um die Frage des Naturschutzes, Bäume dürfen schließlich nicht einfach so gefällt werden. Verwaltungsmitarbeiterin Carolin Ottensmeyer schlug vor, die betroffenen Pappeln anzubohren und zu untersuchen, auch im Sinne der Verkehrssicherheit. Und: "Alte prägende Bäume sollen erhalten bleiben", so ihre Kollegin Birgit Karrasch. Denn, was einmal weg sei, sei weg, auch wenn es den Verein vielleicht gar nicht mehr gebe. Der aber will sich bemühen, die Bäume möglichst in seine Vorstellungen zu integrieren. Was die Verkehrssicherungspflicht angeht, so driften die Vorstellungen von Verwaltung und dem Vereinsvorsitzenden Behrens etwas auseinander. Während die Verwaltung sich für einen Zaun um das Gelände ausspricht, der trotz Eigenleistung mit etwa 12.000 bis 15.000 Euro zu Buche schlagen würde, verweist Wilhelm Behrens auf ein Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofes aus dem Jahre 1978. Demnach könnten Abenteuerspielplätze von der üblichen Verkehrssicherungspflicht abweichen, weil "sie in besonderer Weise die Freude am Abenteuer und am Bestehen des Risikos vermitteln sollen". Ziel sei es unter anderem zu lernen, sich auf die Gefahren des Lebens einzustellen und den Umgang mit ihnen zu beherrschen. Denn: Der Abenteuerspielplatz sei eben kein vollständig behütetes Milieu, sondern in erster Linie Ersatz für das Spielen in der Natur.
Wer sich auf Abenteuerreise begeben will, ist herzlich eingeladen. Der Verein "Abenteuerland" freut sich auf viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter – egal, ob klein oder groß. Wer Interesse hat, kann sich gern bei Wilhelm Behrens unter der Telefonnummer (0511) 57 97 44 melden.