„Nicht im Interesse der Gesellschaft“
Caren Marks kritisiert politische Attacken gegen Gesamtschulen
Langenhagen (he). Sie wolle sich über die Veränderungen in der Bildungslandschaft auf dem Laufenden halten, auch wenn die Schulpolitik nicht originäre Aufgabe des Bundes sei, erklärte Caren Marks gestern bei Gesprächen in der IGS Langenhagen. Die sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete, zu deren Wahlkreis Langenhagen gehört, wurde von Schüler- und Elternvertreterinnen ebenso begrüßt wie von der Schulleitung der IGS und führte mit allen Beteiligten ausführliche Gespräche.
Sie könne sehr gut nachvollziehen, warum sich Eltern, Schüler und Lehrkräfte gegen aktuelle politische Vorgaben zur Wehr setzten, erklärte Caren Marks in der abschließenden Gesprächsrunde: „Die Verkürzung der Schulzeit an Gesamtschulen ist nichts anderes als die Zerschlagung einer guten Idee, die gesellschaftlich immer größere Akzeptanz findet“, fällte die Abgeordnete ein vernichtendes Urteil über die 2009 in Niedersachsen beschlossene Schulgesetzänderung. Aus diesem Grund unterstütze sie das Volksbegehren für gute Schulen, das sich eine Rückkehr zur Regelschulzeit von 13 Jahren bis zum Abitur zum Ziel gesetzt hat, aus voller Überzeugung.
An der IGS Langenhagen gebe es ein deutlich wahrnehmbares Klima des Miteinanders, stellte Caren Marks nach einem Schulrundgang und mehreren Gesprächsrunden fest. Der Begriff der Teilhabe von Schülerinnen und Schülern werde hier ernst genommen; alle an Schule Beteiligten hätten hier echte Möglichkeiten der Mitgestaltung. Bestätigt wurde dieser Eindruck von den Schülervertreterinnen Fiona Graab und Inga Dreßler: Als Mitglieder der Schülervertretung fühlten sie sich in allen Gremien ernst genommen, berichteten sie dem Gast aus Berlin. Ein weiterer Punkt, der Caren Marks beeindruckte, ist der Zusammenhalt innerhalb der Schülerschaft: Es sei nicht überall üblich, dass ältere Schüler die jüngeren für die Arbeit in der Schülervertretung fit machten und von sich aus auf die Jüngeren zugingen. „Ihr nutzt die Möglichkeiten, die euch hier geboten werden, sehr gut – Kompliment!“, so die Abgeordnete. Auch am Beispiel der Mitarbeit in der Schülervertretung lasse sich zeigen, wie dringend notwendig Zeit zum ganzheitlichen Lernen sei: „Es kann nicht im Interesse der Gesellschaft liegen, unseren Schülerinnen und Schülern diese Zeit zu nehmen.“ Ihr sei es völlig unverständlich, warum ein nachweislich gut funktionierendes System wie die Gesamtschulen ständigen politischen Attacken ausgesetzt sei.
Erfreulicheres konnte Caren Marks in Sachen Konjunkturpaket II mit zurück nach Berlin nehmen: „Die Mittel sind hier gut verwendet worden“, stellte sie fest. So wurden an der IGS zehn so genannte Smartboards, die die herkömmlichen Schultafeln ersetzen und eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten bieten, angeschafft; außerdem wurde eine zusätzliche Lehrerstation eingerichtet und der Vorraum der Aula soll noch saniert werden.




