Nicht immer zimperlich

Gesundheitsgefährdend, diffamierend und ehrabschneidend: Starker Tobak, den die Fachbereichsleiter und der Personalrat in ihren Briefen von sich geben; er zeigt, dass schon ein gewisses Maß an Frustration vorhanden ist. Frust, der sich nicht gegen den Rat in Gänze, sondern gegen einzelne Mitglieder richtet. Doch haben nicht viele Arbeitnehmer in ihrem Job über einen längeren Zeitraum Ärger, werden von Kunden ungerechtfertigt behandelt oder sogar beschimpft und beleidigt und beißen sich trotzdem durch? Lässt sich der einzelne Sachbearbeiter in seiner Tätigkeit von verbalen Injurien einzelner Ratsherren aus der Ruhe bringen und kann seine Arbeit nicht mehr konzentriert fortsetzen? Oder ist es nicht so, dass sich die gezielten Attacken im Einzelfall gegen höher dotierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter richten, vor die sich Bürgermeister Friedhelm Fischer dann auch noch schützend stellt. In der Verwaltung zu arbeiten, ist auch heutzutage noch ein lukrativer, relativ gut bezahlter und vor allen Dingen sicherer Job. In der freien Wirtschaft herrscht dagegen oft ein rauer Umgangston, auch dort geht es nicht immer zimperlich zu. Und dort gibt es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich damit auseinandersetzen müssen, ohne auf komfortable Rahmenbedingungen zurückgreifen zu müssen. Der Ton macht wie überall die Musik – sicherlich. Doch gerade der politische Ton ist oft scharf, und nicht jedes Wort sollte gleich auf die Goldwaage, nicht jeder Schuh sollte sich gleich angezogen werden.