Nicht mehr Geld fürs Abenteuerland

Es gibt zwar weniger Geld als erhofft, aber der Betrieb beim Abenteuerland geht dennoch weiter.

Rot-grüne Mehrheit bleibt bei 5.200 Euro Anschubfinanzierung

Langenhagen (ok). Die rot-grüne Mehrheit ließ sich nicht erweichen: 5.200 Euro gibt's als Anschubfinanzierung fürs Abenteuerland am Silbersee, aber eben keinen Cent mehr. Mit seiner Bitte, die jährlichen Personalkosten von rund 21.000 Euro zu übernehmen, fand der Vereinsvorsitzende Mirko Heuer kein Gehör. Sicher, alle finden das Projekt gut und auch pädagogisch wertvoll, mehr Geld sei dafür bei der Haushaltslage allerdings nicht vorhanden. Anja Sander (SPD) sagte in der jüngsten Ratssitzung, dass der Verein ohne städtische Mittel auskommen wolle, die kostenfreie Überlassung des Geländes ein großes Entgegenkommen der Stadtverwaltung gewesen sei. Das kleine Pflänzchen Abenteuerland solle aber nicht gerodet werden, und gerade deshalb habe sich die Ratsmehrheit entgegen der Verwaltungsvorlage entschlossen, den Verein mit dieser Einmalzahlung zu unterstützen. Gleichzeitig machte Sander aber deutlich, dass keine weiteren Geldmittel fließen werden, der Verein sich um Alternativlösungen bemühen solle. Eine davon hatte die Ratsfrau gleich im Gepäck, schlug vor, das Gespräch mit den Pfadfindern zu suchen. Die haben ihr Stammesheim gleich nebenan an der Emil-Berliner-Straße.
Jens Mommsen (BBL) empfindet das Entgegenkommen der Kommune als nicht ganz so groß, woanders würden die Städte die Aufgaben übernehmen und sie nicht Ehrenamtlichen überlassen. Der Waldspielplatz in Hannover sei das beste Beispiel dafür. Es gebe auch in Langenhagen bei vielen Kindern und Jugendlichen erhebliche Defizite und soziale Probleme, Naturerfahrung oft nur im Fernsehen. Mommsen: "Die eigene Erfahrung prägt; ein Abenteuerspielplatz ist auch Bildung." Und für diese Bildungsausgaben soll kein Geld vorhanden sein? Das entspreche nicht sozialdemokratischen und schon gar nicht grünen Grundpositionen.
Gegenüber dem ECHO stellte der Vereinsvorsitzende Mirko Heuer klar, dass es bereits Kontakt mit den Pfadfindern gegeben habe. Bereits seit 2007 tausche er sich mit Stammesführer Björn Ostendorp aus. Eine Kooperation scheitere aber an den personellen Ressourcen. Die seien wie beim Verein Abenteuerland äußerst knapp. Angedacht sei allerdings Unterstützung bei einer einmaligen Zaunbauaktion. Nach Aussage Heuers freut er sich über jede Art der Hilfe, auch die mobile aufsuchende Jugendarbeit MAJA sei jederzeit auf dem Gelände willkommen.